15.11.2021 10:44 |

Klagen in Vorbereitung

Katar: Gynäkologische Untersuchung am Flughafen

Nachdem eine Gruppe von Frauen vor gut einem Jahr auf dem Flughafen von Katar einer gynäkologischen Zwangsuntersuchung unterzogen worden ist, haben die Betroffenen nun rechtliche Schritte vorbereitet. Sieben Passagierinnen wollen Klage einreichen, um „eine Botschaft an die katarischen Behörden zu senden“, sagte der in Sydney ansässige Anwalt Damian Sturzaker am Montag. Frauen „kann man nicht auf diese Weise behandeln“.

Frauen aus insgesamt zehn Flugzeugen, darunter 13 Australierinnen, waren Ende vergangenen Jahres Zwangsuntersuchungen unterzogen worden. Anlass war die Entdeckung eines in Plastik gewickelten Säuglings auf einer Flughafentoilette.

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Die Gruppe von Frauen hat an dem betreffenden Abend, der nun etwas mehr als ein Jahr zurückliegt, enorme Qualen erlitten und leidet weiterhin unter den Folgen der Geschehnisse.

Der Anwalt der Betroffenen

„Enorme Qualen erlitten“
„Die Gruppe von Frauen hat an dem betreffenden Abend, der nun etwas mehr als ein Jahr zurückliegt, enorme Qualen erlitten und leidet weiterhin unter den Folgen der Geschehnisse“, sagte Sturzaker. Sie forderten jetzt eine förmliche Entschuldigung, eine Entschädigung und Schutz für andere Frauen.

Die Klagen sollen demnach in den kommenden Wochen in Australien eingereicht werden. Sie richten sich gegen die katarische Luftfahrtbehörde, den Hama International Airport, die Airline Qatar Airways sowie die Regierung des Landes.

Sorgen wegen anstehender WM
Zuvor war versucht worden, eine außergerichtliche Einigung zu erreichen, eine Schlichtung blieb nach Angaben des Anwalts aber erfolglos. Die Betroffenen wollen insbesondere mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 auf ihren Fall aufmerksam machen. Besucher des Turniers „sollten sich darüber im Klaren sein, dass (...) diese Ereignisse passiert sind und sich jederzeit wiederholen können“, sagte der Anwalt.

Inzwischen kündigten die Behörden Ermittlungen an und der Regierungschef entschuldigte sich. Vor allem wegen der anstehenden WM befürchtet das Golf-Emirat einen nachhaltigen Imageschaden.

Katar ist eine ultrakonservative muslimische Monarchie, in der Sex und Geburten außerhalb der Ehe mit Gefängnis bestraft werden können.

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