10.11.2021 17:11 |

Unser Deutschlandbild

Neue Umfrage zeigt: Der Piefke stirbt nicht aus

Die deutsche Botschaft hat eine umfassende Umfrage (durch „Integral“, 1000 Befragte) über das Deutschland-Bild in Österreich durchführen lassen. Das Ergebnis des „Seelenstrips“ fällt durchwachsen aus: Der „Piefke“ stirbt nicht aus, aber nur (noch) elf Prozent finden das Nachbarland Deutschland als bedrohlich.

Sympathie: mit 6,1 auf der elfstufigen Skala knapp positiv, aber ein knappes Fünftel findet die Deutschen wenig sympathisch. Die Sympathie steigt im Alter. In den westlichen Bundesländern findet man die Deutschen deutlich weniger sympathisch. Die Ansicht, dass in Österreich zu viele Deutsche leben, wird von einem Fünftel geteilt; in Wien geringer.

Das Meinungsbild hat sich in den letzten zehn Jahren mit mehrheitlich 76 Prozent nicht verändert. Arroganz, lautes Auftreten, Politik sowie negative Erlebnisse mit Touristen sind die Hauptursachen einer kritischen Wahrnehmung. Die Deutschen werden u. a. von 96 Prozent an der Sprache erkannt.

Was ist „typisch deutsch“: 27 Prozent finden dieses Verhalten positiv, aber 19 Prozent haben dazu eine kritische Haltung. Am häufigsten werden Pünktlichkeit und Genauigkeit genannt. Deutsche werden als gründlich (72%), verlässlich (67%), direkt (60%) wahrgenommen, aber auch als rechthaberisch (59%). Klischees wie Sandalen mit (weißen) Socken oder Schnitzel mit Tunke spielen keine Rolle mehr.

Kontakte: Jeder Zweite hat in seiner Familie mit Deutschen zu tun, im Freundeskreis sieben von zehn, im beruflichen Umfeld sechs von zehn. Für die Mehrheit von 75 Prozent ist eine Partnerschaft mit einem/einer Deutschen vorstellbar.

„Deutsche ticken anders“, Bayern haben einen Bonus
Die überwiegende Mehrheit (78%) ist der Ansicht, dass Deutsche anders ticken als Österreicher. Hinsichtlich Bayern sieht das Bild deutlich anders aus: Hier ist lediglich ein Drittel der Ansicht, Bayern würden anders ticken. Überdurchschnittlich stark nehmen Wiener/innen Mentalitätsunterschiede wahr.

Deutschland wird mehrheitlich (56%) als dominant eingestuft, wirkt aber lediglich auf eine Minderheit (11%) bedrohlich. Bezüglich EU wünscht man sich, dass Deutschland auf kleine Staaten mehr Rücksicht nimmt und mehr auf Österreich hört (63%). Nebenprodukt der Umfrage: Für einen EU-Austritt Österreichs plädieren 29 Prozent.

Botschafter: Image hat noch Luft nach oben
Der deutsche Botschafter in Wien, Ralf Beste, sieht sich durch die erstmalige Umfrage „ermutigt, dass das Image ausbaufähig ist: Je besser Österreicher uns kennen, desto mehr schätzen sie uns.“

Kurt Seinitz
Kurt Seinitz
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