08.11.2021 08:25 |

Wegen 2G-Regel

Touristiker machen sich keine großen Hoffnungen

Der heimische Tourismus macht sich für die bevorstehende Wintersaison keine großen Hoffnungen: 70 Prozent der Betriebe rechnen mit Umsatzeinbußen wegen der verpflichtenden 2G-Regel, auch der akute Fachkräftemangel macht der Branche zu schaffen. Fast alle Unternehmen haben schon Hilfen in Anspruch genommen - am häufigsten in Bezug auf Kurzarbeit, gefolgt von Umsatzersatz und Fixkostenzuschuss.

Laut „Tourismusbarometer“ des Beratungsunternehmens Deloitte und der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) werden die Investitionspläne zurückgestutzt, die kommende Saison dürfte wohl deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen. Für die diesjährige Studie wurden im Herbst österreichweit 470 Unternehmen befragt, mit dem Ergebnis: Der Tourismusindex verbesserte sich nach Schulnotensystem leicht von 3,6 auf 3,1.

91 Prozent der Ferienhotellerie fürchten Verschärfung der Situation
Nicht nur Corona macht den Touristikern das Leben schwer, auch der Personalmangel hat sich weiter verschärft. Derzeit suchen 84 Prozent der Beherbergungsbetriebe und fast zwei Drittel der Gastronomie- und Freizeitinfrastrukturbetriebe Mitarbeiter. Für die Wintersaison befürchten 91 Prozent der Ferienhotellerie eine Verschärfung der Situation, im Städtetourismus sind es 86 Prozent.

Zwar rechnen die meisten Betriebe mit Umsatzeinbußen wegen der strengeren Corona-Regeln, rund ein Drittel hätte aber nach eigenen Angaben die 2G-Regel von sich aus eingeführt, wenn sie nicht verpflichtend eingeführt worden wäre. „Die Maßnahme ist vor dem Hintergrund der rasant steigenden Infiziertenzahlen verständlich - aber die Branche braucht nun finanzielle Unterstützungen, um die entstehenden Umsatzrückgänge auszugleichen“, fordert ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer.

Sommersaison besser gelaufen als erwartet
Während vor einem Jahr noch 77 Prozent der Befragten an eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Tourismus glaubten, hat sich nach Abschluss der Sommersaison die wirtschaftliche Situation im eigenen Bundesland aus Sicht von nur 34 Prozent der Befragten verschlechtert - für die Mehrheit (53 Prozent) hat sie sich leicht verbessert.

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