26.10.2021 18:55 |

Legionär Nussbaumer

„Es war die neue Aufgabe, die mich gereizt hat“

Kurz vor Ende des Sommertransferfensters entschied sich der Vorarlberger Daniel Nussbaumer für seinen Abschied vom SCR Altach - und einen sofortigen Wechsel zum portugiesischen Zweitligisten Academico de Viseu. Die „Krone Vorarlberg“ hat den 21-jährigen Bregenzerwälder in seiner sportlichen Wahlheimat besucht, um zu sehen, wie sich der Offensivmann eingelebt hat.

Krone: Daniel, Du bist im Sommer vom SCR Altach zu Académico de Viseu FC gewechselt. Was war die Motivation für diesen Schritt?

Daniel Nussbaumer: Es war die neue Aufgabe, die mich gereizt hat. Mein Manager hat mir den Vertrag vorgelegt und mich gefragt, was ich davon halte. Ich habe mich dann innerhalb weniger Tage für den Wechsel entschieden und war nur eine Woche später bereits in Portugal. Meine Familie hat mich bei dieser Entscheidung voll unterstützt, was es mir natürlich umso leichter gemacht hat.

Krone: Welchen Eindruck hast Du bisher vom Fußball in Portugal gewinnen können?

Nussbaumer: Es ist schwer, das Niveau der zweiten portugiesischen Liga mit der österreichischen Bundesliga zu vergleichen. Aber ich würde sagen, dass hier definitiv mehr auf die Offensive gesetzt wird. Dafür wird die Defensive ab und zu ein wenig vernachlässigt. Das versuchen wir hier in Viseu in den Griff zu bekommen. Außerdem wird großen Wert auf Ballbesitz gelegt.

Krone: Wie gestaltet sich die Kommunikation auf dem Platz?

Nussbaumer: Die Hauptsprache ist Portugiesisch. Die Inhalte mit Fußballbezug versteht man recht schnell, ansonsten erklären einem die Co-Trainer oder andere Spieler, deren Muttersprache Englisch ist, die Übungen. Einer der Spieler, Famana Quizera, ist Portugiese und hat lange in Gladbach gespielt. Er kann gut Deutsch und hilft auch gerne weiter. Außerdem kommunizieren wir im Spiel ja nicht nur mit Worten, sondern auch über Räume, Laufwege und letztendlich Pässe. Das haben die Spieler hier sehr gut verinnerlicht.

Krone: Im zweiten Ligaspiel hast Du gleich einen Doppelpack geschnürt. Was war das für ein Gefühl?

Nussbaumer: Es ist für einen Stürmer eine gute Sache so zu starten. Der Druck fällt dann gleich mal etwas von einem ab. Schließlich wurde ich geholt, um Tore zu schießen.

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Es wird hier definitiv mehr auf die Offensive gesetzt. Dafür wird die Defensive ab und zu ein wenig vernachlässigt.

Portugal-Legionär Daniel NUSSBAUMER

Krone: Was hat sich für Dich verändert seitdem Du in Viseu spielst?

Nussbaumer: Durch meinen Co-Trainer habe ich hier das exzentrische Training kennengelernt. Damit arbeite ich rund zweimal die Woche. Ansonsten ist der Alltag ähnlich wie in Altach. Morgens habe ich von 10.30 bis 12.30 Uhr Training, dann Mittagessen und danach ist erstmal frei. Wobei ich dann schon ein individuelles Training - meistens eine Kraft- oder Regenerationseinheit - einschiebe.

Krone: Wer hat Dich früher so beeinflusst, dass Du heute da bist, wo Du bist?

Nussbaumer: Der Haupteinfluss war sicher mein Onkel, der mich zu jederzeit auf den Fußballplatz mitgenommen hat, mit mir trainiert hat, mich motiviert hat, auch wenn ich mal keine Lust hatte. Wenn ich ein Training machen wollte stand er immer zur Verfügung. Er hat sicher den gleichen Anteil an meiner Fußball-Karriere wie ich selber.

Krone: Hast Du ein sportliches Vorbild?

Nussbaumer: Natürlich gibt es solche Spielerfiguren, zu denen man immer wieder aufschaut, von denen ich immer wieder versuche Sachen in mein Spiel zu integrieren und darauf zu schauen wie diese Spieler sich in gewissen Situationen verhalten. Bei mir sind das Erling Haaland, Karim Benzema, Christiano Ronaldo, Robert Lewandowski und Zlatan Ibrahimovic, um mal fünf Spielertypen zu nennen.

Krone: Kürzlich hat Dich Deine Familie besucht. Wie stark ist der Kontakt in Deine Heimat und z.B. deinem Fanclub?

Nussbaumer: Ja, meine Mutter, mein Onkel, meine Tante und mein kleiner Cousin waren kürzlich hier in Portugal. Sie haben mir auch gleich den ausgezeichneten Langenegger Bergkäse und ein paar Landjäger mitgebracht. Zum Fanclub und generell meinen Freunden und Bekannten pflege ich natürlich den Kontakt. Da gibt es viele, die es interessiert, was ich so mache.

Maurice Shourot

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