25.10.2021 06:30 |

Portrait

Joschi lässt die Gaumen jubeln

Seit Jahrzehnten ist Josef „Joschi“ Walchs „Rote Wand“ eine der ersten Adressen in den Alpen. Nun verzeichnet sein Haus mit 18,5 Gault&Millau-Punkten einen Ländle-Rekord.

Die Liebe zur Gastronomie wurde Joschi Walch quasi in die Wiege gelegt. Seine Eltern, Josef und Burgi Walch, machten aus dem im 17. Jahrhundert errichteten Bauernhaus in Zug in den späten 50er-Jahren ein Restaurant-Café. Dank Burgis Kochkünsten und der Originalität von Josef, der etwa seine Gäste mit dem Pferdeschlitten im etwas tiefer gelegenen Lech abholte, wurde der „Gasthof Rote Wand“ bald zum In-Treff am Arlberg. „Zwar habe ich mich gefreut, dass bei uns immer was los war, andererseits haben meine Eltern wenig Zeit gehabt“, erinnert sich Joschi mit gemischten Gefühlen an seine Kindheit. Die positive Lebenseinstellung, vor allem auch zur Regionalität, die er an seinem Vater bewunderte, übernahm Joschi aber gerne, wie auch 1987 das Haus seiner Eltern.

Der gelernte Touristikkaufmann setzte gleich markante Akzente und ließ im Laufe der Jahre von namhaften Architekten das „Rote Wand Gourmet Hotel“ errichten, dessen fünf Häuser unterirdisch miteinander verbunden sind. „Hauptverantwortlich dafür ist meine Frau Natascha, die auf das einzigartige Erscheinungsbild des Hauses drängte“, streut der dreifache Vater seiner Gattin Rosen. Der einzige Wermutstropfen dieser Entwicklung war, dass er die berühmt-berüchtigte Disco „Sennkessel“ - nicht nur für Tanz- und Feierwütige ein fixer Bestandteil der Lecher Kulturgeschichte - 1998 zusperren musste: Es war einfach zu laut.

Spitzenleistungen nur im Team möglich
Dafür setzte Joschi Maßstäbe in kulinarischer Hinsicht. Der ehedem weltweit agierende Caterer ist leidenschaftlicher Gourmet und legt Wert auf seine Spitzenküche und -köche. So schaffte er auch einen Rekord: Mit 18,5 Punkten erkochte Max Natmessnig im „Rote Wand Chef’s Table“ den höchsten Wert, den der Gault&Millau jemals in Vorarlberg vergab. Und auch Florian Armbruster, Koch in den „Rote Wand Stuben“, sammelt Punkte wie ein Eurovisionscontest-Sieger. „Das macht mich schon stolz. Allerdings sind solche Leistungen nur dank gesunder Partnerschaft mit der Familie und dem ganzen Team möglich,“ erklärt Teamplayer Joschi, der 2021 zudem vom „Falstaff“ zum Gastronom des Jahres gewählt wurde.

Für Joschi vor allem ein Ansporn, weiter nach Höherem zu streben: „Qualität und Exklusivität hat in Lech Vorrang, und das ist gut so. Aber es gibt noch einiges zu tun. Bei mir geht’s vor allem darum, den Betrieb fit für die Übergabe an die nächste Generation zu machen“, so der 60-Jährige. Obwohl: Die „Rote Wand“ ohne Joschi Walch ist nur schwer vorstellbar. Und so wird er wohl noch länger - getreu seinem Lebensmotto - „fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen“.

Raimund Jäger
Raimund Jäger
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