Erdboden in Bewegung

Mauerrisse: Bewohner klagen gegen Versicherungen

Aufgrund von Bodenrutschungen kommt es in Sommerein im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha zu massiven Rissen an Häusern. Rund 100 Schadensmeldungen sind bekannt. Die Versicherungen streiken. Mittlerweile beschäftigt die Causa die Gerichte. In Summe wurden Sanierungskosten in der Höhe von einer Million Euro eingeklagt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Daran klammert sich auch Martin Klinger. Denn klein begeben will der Hausbesitzer aus Sommerein nicht. Wie berichtet, kommt es hier wegen Bodenbewegungen aufgrund des Klimawandels – Erdschichten heben sich bei Starkregen, senken sich in Trockenperioden wieder ab – zu massiven Rissen in den Wänden. Schäden, für die eigentlich die Versicherung aufkommen sollte.

Versicherung erkennt Gutachten nicht an
Im Fall von Martin Klinger weigert sich die Generali trotz eindeutigem Gutachten, den Schaden anzuerkennen. Durch einen gerichtlich beeideten Sachverständigen wurde festgestellt, „dass eine aktive Hangbewegung, ein Hangkriechen (Hangrutschung) vorliegt und die Gebäudeschäden darauf zurückzuführen sind“.

Doch die Versicherung erkennt diese Expertise nicht an. Auf „Krone“-Anfrage heißt es: „Nach eingehender Prüfung der vorliegenden Sachverständigenbeurteilung sind die Schäden am Haus nicht auf einen versicherten Erdrutsch im Sinne der bestehenden Versicherungsdeckung zurückzuführen.“ Für Klinger ein lapidarer Versuch, sich aus der Sache herauszudrehen. „Der Sachverständige der Generali hat drei Jahre alte Fotos für das Gutachten verwendet“, hält er kopfschüttelnd fest. Sein Anwalt steht bereits in den Startlöchern.

Weitere Bewohner warten auf Gutachten
Einen Schritt weiter sind fünf betroffene Hausbesitzer. Von der Kanzlei Sailer & Schön wurden erste Klagen eingebracht, fünf Verfahren sind anhängig. „Bei der Gebäudeversicherung ist der Erdrutsch mit dabei“, begründet Romana Schön die Klagsgrundlage. Im Juli erfolgte eine Befundaufnahme mit GPS-Geräten und Rissspionen. „Jetzt warten wir auf die Gutachten“, so die Anwältin. Die eingebrachte Schadenshöhe liegt jeweils bei 200.000 Euro.

Die Ursache für die Schäden – Bodenrutschungen – kann nicht behoben werden, daher ist nur eine Stabilisierung der Häuser möglich. Gekämpft wird bis zum bitteren Ende.

Petra Weichhart
Petra Weichhart
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