20.10.2021 07:00 |

Ausreisekontrollen

Salzburg: Jeder 50. Adneter mit Corona infiziert

Die Zahl der Covid-Neuinfektionen schießt im Salzburger Adnet weiter völlig ungebremst in die Höhe. Ab sofort gelten in der beschaulichen Tennengauer Gemeinde Ausfahrtskontrollen.

Die Hiobsbotschaft gab es schon am Tag vor dem Start der strengen Ausfahrtskontrollen. Am Dienstag schoss die Zahl der Corona-Infektionen in Adnet weiter in die Höhe. 64 Bewohner des Tennengauer Ortes sind derzeit erkrankt, elf mehr als noch am Vortag. „Mit den zusätzlichen Tests wird das noch mehr werden“, ist sich Bürgermeister Wolfgang Auer (ÖVP) sicher.

Wie berichtet, benötigt ab heute jeder Adneter einen PCR-Test, um den Ort verlassen zu dürfen – sofern er nicht geimpft oder genesen ist. Im Sportheim gibt es seit Dienstag eine Teststation. Schon am Premierentag nutzten 300 Gemeindebürger das kostenlose Angebot. Testtermine sind auch für die kommenden Tage extrem gefragt und online stets rasch ausgebucht.

Geimpft ist derweil knapp jeder zweite Adneter. Dafür haben viele Bewohner bei einem „Krone“-Lokalaugenschein kein Verständnis. „Kein Wunder, dass jetzt die Kontrollen kommen. Ein Test ist nur eine Momentaufnahme, ich wäre für eine Impfpflicht – nur so können wir die Pandemie hinter uns lassen“, sagt etwa Rudolf Stuhlpfarrer.

„Die Augen sind jetzt auf Adnet gerichtet“
Das öffentliche Leben wird für den Zeitraum der Kontrollen bis 3. November heruntergefahren. Größere Veranstaltungen gibt es nicht. Selbst die Gräbersegnung zu Allerheiligen dürfte nur in stark eingeschränkter Form stattfinden. „Wir werden nichts riskieren. Die Augen sind jetzt auf Adnet gerichtet“, sagt der Ortschef.

Besonders herausfordernd werden die kommenden Tage für die größeren Unternehmen im Ort. Dennoch bleibt man gelassen. „Wir haben Verständnis für die Kontrollen. So arg wie damals in Kuchl ist das Ganze ja nicht, Dort war der gesamte Ort unter Quarantäne“, sagt Josef Ebner, Geschäftsführer des Transportunternehmens Krispl & Kaserer. Schlotterer-Geschäftsführer Peter Gubisch meint: „Mehr als 70 Prozent unserer Mitarbeiter sind bereits geimpft oder genesen – insofern sollten wir das gut stemmen können.“

Von
Nikolaus Klinger
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