29.09.2021 15:22 |

Gesundheitsverbund

Kardiologie & Herzchirurgie: Teamarbeit ist Trumpf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nr. 1 in Österreich bzw. Europa. Die gute Nachricht: Viele Herzerkrankungen lassen sich heutzutage gut behandeln. Das beinhaltet einerseits interventionelle Methoden (Behandlung von Herzerkrankungen ohne Operation) als auch chirurgische Eingriffe. Der Kardiologe Dr. Georg Delle Karth und der Herzchirurg Dr. Martin Grabenwöger aus der Klinik Floridsdorf geben einen Einblick in die modernen Therapiemöglichkeiten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Welche Herzerkrankungen sind aktuell die häufigsten?
Dr. Georg Delle Karth: Am häufigsten tritt derzeit die koronare Herzerkrankung auf. Dabei kommt es zu einer Verengung der Herzgefäße. Diese ist auch die häufigste Todesursache in Europa. Mittlerweile nehmen aber auch Erkrankungen der Herzklappen deutlich zu. Auch eine Fülle von anderen Erkrankungen am Herzen wie etwa Herzrhythmus-Störungen wird zunehmend behandlungspflichtig.

Wie ist die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Kardiologie und Herzchirurgie?
Dr. Martin Grabenwöger: Es ist wichtig, für jede Patientin/jeden Patienten die individuell beste Behandlungsmethode zu finden. Dafür ist eine gute Kooperation zwischen den einzelnen medizinischen Abteilungen essentiell. Oft stellt sich die Frage, ob eine große Operation mit einem großen Schnitt notwendig ist oder ob man das kardiologische Problem auch mit einem Katheter über den Arm oder die Leiste lösen kann.

Naturgemäß ist für Patientinnen der weniger invasive Eingriff primär attraktiver, nur stellt er nicht immer die beste und nachhaltigste Behandlung dar. Das gilt sowohl für die Herzgefäß- als auch für die Herzklappenerkrankungen. Wir besprechen und entscheiden die für die PatientInnen besten Eingriffe immer gemeinsam im Team.

Wie viele Patientinnen mit Herzerkrankungen werden denn jährlich in der Klinik Floridsdorf behandelt?
Dr. Georg Delle Karth: Wir behandeln jährlich über 2500 PatientInnen. Um eine hohe Qualität der Behandlungen aufrechtzuerhalten, sind diese Fallzahlen sehr wichtig. Am häufigsten ist die koronare Herzgefäßerkrankung gefolgt von Herzklappenerkrankungen. Viele PatientInnen haben beides, sie brauchen sowohl eine Versorgung der verengten Herzkranzgefäße als auch der undichten oder verengten Herzklappe.

Welche innovativen Behandlungsmethoden gibt es?
Dr. Georg Delle Karth: Die Klinik Floridsdorf verfügt über eine große Forschungsabteilung, in welcher federführend neue Behandlungsmethoden entwickelt werden. Hier werden interventionelle aber auch medikamentöse Behandlungsmethoden untersucht. Ein wichtiges Ziel dabei ist es schon, das Auftreten schwerer Herzerkrankungen zu vermeiden.

Dr. Martin Grabenwöger: Für mich ist wichtig, dass sich alle MitarbeitInnen auch wissenschaftlich betätigen, die aktuelle Literatur kennen und immer am neuesten Stand der Forschung sind. So haben wir auch die Aortenprothese entwickelt. Diese ist ein Zeichen der ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen interventioneller und offen chirurgischer Technik.

Wie genau funktioniert diese Aortenbogenprothese und wie wird sie eingesetzt?
Dr. Martin Grabenwöger: Diese Prothese vereinfacht den Ersatz des kompletten Aortenbogens. Dieser Eingriff wird notwendig, wenn ein Aneurysma - also eine Ausbuchtung der Hauptschlagader - im Herz zu reißen droht. Dank dieser Prothese müssen bei der äußerst komplexen Herz-OP statt drei Blutgefäßen „nur“ noch zwei angenäht werden. Die dritte - anatomisch schwer erreichbare - wird über einen Stent verbunden. Dadurch können wir die kritische Phase des Kreislaufstillstandes verkürzen. Rund 70 Patientinnen und Patienten werden jährlich in unserer Klinik wegen eines lebensbedrohlichen Aortenaneurysmas behandelt.

Wenn ich Herzprobleme oder Schmerzen habe, wie soll ich mich verhalten?
Dr. Georg Delle Karth: Bei akuten und massiven Schmerzen in der Brust rufen Sie bitte sofort die Notfallnummer 144. Diese bringen Sie in die richtige Notfallaufnahme, wo eine sofortige Herzkatheterversorgung gewährleistet ist.

Bei geringeren Beschwerden wie etwa Druck in der Brust und das vor allem bei Belastung oder auch bei Herz-Rhythmus-Störungen würde ich empfehlen Ihren Hausarzt bzw. Internisten des Vertrauens aufzusuchen. Dieser übernimmt die Erstuntersuchung, macht ein Belastungs- sowie Ruhe-EKG und eventuell einen Ultraschall des Herzmuskels und eine erste Diagnostik zu erstellen.

Mehr zum kardiologischen Angebot im Wiener Gesundheitsverbund erfahren Sie unter www.gesundheitsverbund.at/kardiologie.

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