10.08.2021 08:53 |

Nach massiver Kritik

Kinderporno-Detektor: Apple weist Bedenken zurück

Nach der massiven Kritik von Bürgerrechtsbewegungen und Datenschützern an den Plänen von Apple, seine iPhones künftig auf kinderpornografisches Material zu scannen, versucht der kalifornische Konzern nun zu beschwichtigen. In einer Mitteilung trat der iPhone-Hersteller den Befürchtungen, die Funktion könnte in Zukunft auf andere Inhalte ausgeweitet werden, entschieden entgegen.

Unter anderem Whistleblower Edward Snowden hatte Apples geplanten Kinderporno-Detektor - krone.at berichtete - heftig kritisiert. „Wenn sie heute nach Kinderpornos scannen können, können sie morgen nach allem scannen“, schrieb Snowden, der 2013 die ausufernde Massenüberwachung des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht hatte, auf Twitter.

Ähnliche Befürchtungen äußerten auch die Datenschützer der Electronic Frontier Foundation: Apple habe ein „vollständig ausgebautes System“, das nur darauf warte, dass auf Druck von außen auch nach anderen Inhalten gescannt werde, mahnte die Organisation.

Apple weist Bedenken zurück
Nach dem Aufschrei in der Öffentlichkeit trat Apple am Montag nun vielen der Bedenken entgegen und dementierte, dass sein Kinderporno-Detektor eines Tages für die Suche nach anderen Inhalten auf den Geräten seiner Nutzer verwendet werden könnte, um ihn beispielsweise zu einem umfassenderen Instrument der Strafverfolgung zu machen.

Apple werde alle derartigen Forderungen einer Regierung ablehnen, teilte der Konzern mit. Die Erkennungsfunktion sei ausschließlich darauf ausgelegt, bekannte kinderpornografische Bilder zu erkennen, die in iCloud-Fotos gespeichert seien und von Experten des National Center for Missing & Exploited Children und anderen Kinderschutzgruppen identifiziert wurden.

Standhafte Ablehnung
„Wir waren schon früher mit Forderungen konfrontiert, staatlich verordnete Änderungen zu entwickeln und zu implementieren, die die Privatsphäre der Nutzer beeinträchtigen, und haben diese Forderungen standhaft abgelehnt. Wir werden sie auch in Zukunft ablehnen“, so Apple.

Der Konzern betonte zudem erneut, dass die Funktion vorerst nur in den USA eingeführt würde. Um Missbrauch durch den Kinderporno-Detektor auszuschließen, werde man vor dessen Einführungen in weiteren Ländern eine „sorgfältige rechtliche Bewertung für jedes einzelne Land“ durchführen.

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