05.08.2021 06:01 |

Debatte um Pyro-Show

Nur noch „leises“ Feuerwerk auf Seebühne Mörbisch?

Wird das imposante Feuerwerk bei der Seebühne in Mörbisch ab nächstem Jahr deutlich kleiner oder sogar ganz gestrichen? Rudolf Jost, dessen Firma sich bereits seit 20 Jahren um die „Pyrotechnik“ bei den Seefestspielen kümmert, kämpft nun um die Zukunft des traditionellen Feuerwerks am Kulturstandort - und gegen viele Vorurteile, die mit den Raketen in Verbindung gebracht werden.

Die Zukunft des Feuerwerks auf der Mörbischer Seebühne hängt zurzeit am seidenen Faden. Im Programm der Landesregierung ist quasi schon das Ende der Pyrotechnik-Show vorgesehen. „Mit einem Verzicht auf Feuerwerke im eigenen Wirkungsbereich (z.B. bei den Seefestspielen Mörbisch)“ wolle das Land mit gutem Beispiel vorangehen, heißt es darin.

Die Grünen brachten zuletzt das Thema erneut auf den Tisch und forderten ein sofortiges Aus.

Plastikfreie Knallerei
Dabei seien die Feuerwerkskörper und Böller weit unbedenklicher, als ständig behauptet werde, betont Branchensprecher Rudolf Jost. Plastik sei bei den Feuerwerkskörpern kaum zu finden, im Profibereich überhaupt nicht. Was am Ende zu Boden falle, seien nur noch verrottbare Kartondeckel. Und gefährliche Stoffe wie Arsen oder Blei seien schon lange verboten. Auch der CO2-Ausstoß falle minimal aus.

„Wenn ich nur einen Baum pflanze, könnte ich zwei Jahre lang in Mörbisch schießen und wäre trotzdem CO2-neutral“, so Jost. Der Feinstaub, der entsteht, sei nur ein paar Minuten in der Luft, gelange aufgrund der minimalen Menge nicht in die Lunge und sei wasserlöslich. „Wenn man bedenkt, die An- und Abreise der Autos produziert die 3000-fache Menge an CO2 als unser Feuerwerk, sollte die Entscheidung hoffentlich überdacht werden“, so der Fachmann.

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Es gibt auch Pyrotechnik, die leiser und noch sicherer ist. Diese ist aber dafür weniger imposant.

Branchensprecher Rudolf Jost

„Leise“ Pyro-Show
Selbst für das Thema Lärm hat man mittlerweile eine Lösung gefunden. Jost hat Effekte im Angebot, die sehr leise sind und noch weniger CO2 ausstoßen. Er hofft mit dieser Lösung die Pyro-Effekte für die Seebühne retten zu können: „Das ist die einzige Chance, dass ich in Mörbisch noch etwas machen darf.“

Einen Testlauf für ein solches Feuerwerks wird es demnächst geben. Die leisen Effekte haben aber auch Nachteile. „So imposant wie jene mit Knall werden sie nicht sein“, gesteht Jost ein. Für seine Firma geht es jedenfalls um viel. In der Vergangenheit hat man sich stark auf die Kooperation mit den Seefestspielen konzentriert, der Verlust des Auftrags hätte massive Auswirkungen. Schon im Corona-Jahr sank der Umsatz des Betriebs auf null. 

Christoph Miehl
Christoph Miehl
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