Deutsche Corona-Studie

Kinder entwickeln langfristige Immunität

Wissenschaft
27.07.2021 11:07

Kinder stecken sich innerhalb der Familien deutlich seltener mit Covid-19 an als Erwachsene. Und wenn doch, dann ist der Krankheitsverlauf meist viel milder und die Immunantwort des Nachwuchses ist im Schnitt stärker und hält länger an als bei Erwachsenen. Und zwar ganz unabhängig davon, ob Symptome auftraten oder nicht. Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer aktuellen deutschen Studie.

Forscher der Universitäten in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm sowie des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts (NMI) in Reutlingen haben für die Studie 328 Familien mit mindestens einem an Covid-19 erkrankten Mitglied mehrfach untersucht. Insgesamt nahmen 548 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren sowie 717 Erwachsene teil.

Kinder deutlich häufiger ohne Symptome
In Familien mit einer infizierten Person steckten sich Kinder (34 Prozent) deutlich seltener an als Erwachsene (58 Prozent) und waren - im Fall einer Infektion - fünfmal häufiger ohne Krankheitszeichen (Erwachsene: neun Prozent, Kinder: 45 Prozent).

Trotzdem zeigten die Kinder elf bis zwölf Monate nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 stärkere und länger anhaltende spezifische Antikörperspiegel als Erwachsene - unabhängig davon, ob Krankheitszeichen bestanden oder nicht. Die kindlichen Antikörper sind gut wirksam gegenüber verschiedene Virusvarianten (Mutationen), sodass auch asymptomatisch erkrankte Kinder nach einer Infektion gut geschützt sein sollten. Keines der infizierten Kinder der Studie musste im Krankenhaus behandelt werden.

(Bild: APA/dpa/Oliver Berg)

Unterschiede bei den Krankheitszeichen
Auch was die Beschwerden betrifft, gibt es signifikante Unterschiede bei Erwachsenen und Kindern. Während bei ersteren Fieber, Husten, Durchfall und Geschmacksstörungen gleichermaßen ein guter Hinweis auf eine Infektion waren, waren beim Nachwuchs nur Geschmacksstörungen ein deutlicher Hinweis auf eine Infektion mit Covid-19 (in 87 Prozent). Husten und Fieber waren erst mit steigendem Alter ab etwa zwölf Jahren ein Hinweis auf eine Erkrankung, wie die Forscher berichteten.

Es zeige sich, dass Kinder trotz eines häufig sehr milden oder symptomfreien Verlaufes eine recht wirksame und anhaltende Immunabwehr gegen neue Coronavirus-Infektionen entwickeln. Und es gebe sogar Anzeichen dafür, dass die kindliche Immunabwehr jene von Erwachsenen sogar übertrifft, so die deutschen Wissenschaftler.

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