14.07.2021 09:43 |

Laut neuer NGO-Studie

Fossiler Stromverbrauch überschritt Höhepunkt 2018

Der weltweite Verbrauch von fossilen Energieträgern hat einer neuen Studie zufolge seinen Höhepunkt überschritten - und zwar vermutlich bereits im Jahr 2018. Wegen der inzwischen stark gesunkenen Kosten von Sonnen- und Windenergie würden viele Entwicklungsländer Kohle und Gas beim Ausbau ihrer Energieversorgung überspringen, argumentieren die britische Initiative Carbon Tracker und das indische Institut CEEW in einem am Mittwoch veröffentlichten Forschungsbericht.

Grundlage der Studie sind vor allem die Daten und Prognosen der Internationalen Energieagentur IEA und der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Ausgangspunkt ist, dass der Energieverbrauch in den sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern weit schneller steigt als in den Industriestaaten des Westens sowie in Japan.

Bis 2040 werden demnach 88 Prozent des steigenden Energiebedarfs in Ländern mit aufstrebenden Märkten wie China, Indien und Vietnam, anfallen. In den industrialisierten Staaten wurde der Höhepunkt des fossilen Energieverbrauchs nach Daten der OECD bereits 2007 überschritten.

Bis 2040 braucht China 40 Prozent der Stromproduktion
China spielt eine Schlüsselrolle, da die Volksrepublik weltweit am meisten Treibhausgase ausstößt und der Energiebedarf dort nach wie vor rasant wächst. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass fast 40 Prozent des steigenden Weltenergiebedarfs bis 2040 in China anfallen werden. Derzeit wird im bevölkerungsreichsten Land der Erde noch mehr Kohlestrom zugebaut als Ökostrom, doch rechnen die Autoren damit, dass sich dies bis 2025 ändern wird.

Abgesehen von China wird der Studie zufolge der steigende Energieverbrauch in Schwellen- und Entwicklungsländern bereits jetzt zum allergrößten Teil durch erneuerbare Energien gedeckt. Im Jahr 2019 wurden demnach 87 Prozent des Zuwachses der Stromproduktion mithilfe von Wind und Sonne erzeugt. In Summe aber spielt vor allem die Windkraft in diesen Ländern mit vier Prozent Anteil an der Stromproduktion bisher noch eine untergeordnete Rolle in der Energieerzeugung.

Die Autoren vergleichen die Entwicklung mit der des Telefons in den vergangenen Jahrzehnten: Viele Entwicklungsländer haben nie ein Festnetz aufgebaut. Stattdessen sind sogar in von jahrzehntelangen Kriegen heimgesuchten Ländern wie Afghanistan funktionierende Mobilfunknetze entstanden.

Fakten

Starke Unterschiede beim Stromverbrauch weltweit
Beim Stromverbrauch pro Kopf gibt es weltweit starke Unterschiede: 2019 verbrauchte ein durchschnittlicher US-Bürger nach Daten der OECD über zehn Megawattstunden Strom pro Kopf, Europäer und Chinesen unter echs Megawattstunden, Inder und Afrikaner hingegen nur etwa eine Megawattstunde.

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