01.07.2021 17:47 |

„Traum in Erfüllung“

Walli fix für Olympia in Tokio qualifiziert!

Der Olympia-Traum von Susanne Walli hat sich erfüllt! Die 25 Jahre alte Oberösterreicherin erhielt vom Leichtathletik-Weltverband für die Spiele in Tokio einen Startplatz über 400 m. In der endgültigen Qualifikations-Rangliste, der sogenannten „Road to Tokyo“, belegte sie den 45. Platz. Für diese Disziplin waren von der World Athletics 48 Läuferinnen zugelassen worden. Pech hatten Beate Schrott (100 m Hürden) und Andi Vojta (5000 m), die einen Startplatz über dieses Ranking knapp verpassten.

„Ich wollte es bis zum Schluss nicht wahrhaben, ich wusste ja nicht, ob noch irgendetwas bei diesem Ranking dazwischen kommt. Jetzt wurde aber wirklich ein großer Traum wahr! Ich hatte zuletzt viele Rennen in den Beinen, ich bin aber nicht ausgebrannt. Jetzt beginnt die Vorbereitung auf Olympia!“ Mit Walli sind sieben Österreicher in der Leichtathletik für die Spiele in Tokio qualifiziert. Zuvor hatten bei den Männern Peter Herzog, Lemawork Ketema (beide Marathon), Lukas Weißhaidinger (Diskus) sowie bei den Frauen Verena Mayr, Ivona Dadic (beide Siebenkampf) und Victoria Hudson (Speer) die direkte Qualifikation für Olympia geschafft.

Mit Luki Weißhaidinger, Dadic (die nach London 2012 und Rio 2016 bereits ihre dritten Olympischen Spiele bestreitet) und Verena Mayr besitzt Österreichs Leichtathletik dieses Mal gleich drei Medaillen-Hoffnungen. Weißhaidinger, schon Sechster in Rio 2016, bietet sich zudem die historische Chance, als erster Österreicher in einer Männer-Disziplin der olympischen Leichtathletik eine Medaille zu gewinnen.

Auch Tokio gab „Grünes Licht“
Vor der Veröffentlichung der entscheidenden Qualifikations-Liste des Weltverbandes war auch die letzte Hürde für einen Start von Susanne Walli in Tokio genommen worden. Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele hatte der Bitte des ÖOC zugestimmt, Susi Walli nachträglich in das wegen der Corona-Pandemie komplizierte Meldesystem der Athleten aufzunehmen. Die 400-m-Läuferin war bis dahin nicht in der sogenannten Long List aller möglichen Olympia-Teilnehmer genannt worden. Mit ihrer Qualifikation konnte man vor dieser Freiluft-Saison auch nur schwerlich rechnen …

Aber durch zahlreiche große internationale Rennen in ausgezeichneten Zeiten hatte sich Walli zuletzt Woche für Woche in dem Ranking weiter nach vorne geschoben. Dabei verbesserte sie ihre Bestzeit über die Stadionrunde als Sechste in Chorzów auf 51,99 Sekunden. Schneller als Walli war in Österreich bislang nur die legendäre Kärntnerin Karoline Käfer. Mit ihren am 18. Juni 1977 erzielten 50,62 hält sie auch den ältesten österreichischen Leichtathletik-Rekord in einer olympischen Leichtathletik-Disziplin.

Neben ihren 51,99 lief Walli im Juni 2021 mit 52,24 (Samorin), 52,33 (Graz) und 52,41 (Smederevo) weitere Topzeiten und erreichte bei den Meetings wichtige Bonuspunkte, mit denen sie im Ranking schließlich insgesamt 1186 Punkte erreichte. Bei dieser „Road to Tokyo“ kamen - wie bei allen Athletinnen - ihre fünf besten Leistungen im Qualifikationszeitraum in die Wertung. Walli, die für die TGW Zehnkampf-Union startet und von Wolfi Adler trainiert wird, zählte schon früh zu den hoffnungsvollen ÖLV-Talenten, war etwa schon 2014 bei der U20-WM in Eugene Achte über 400 m. Jetzt ist sie erstmals bei Olympia dabei. Walli: „Ein Traum geht in Erfüllung!“

Schrott und Vojta knapp gescheitert
Knapp verfehlten Beate Schrott und Andreas Vojta die Qualifikation für Tokio. Im Hürdensprint kam Schrott als 45. auf 1197 Punkte, damit fehlten ihr leider zum Abschluss ihrer großen Karriere für eine dritte Olympia-Teilnahme gerade einmal 12 Punkte auf den erforderlichen 40. Rang. Über 100 m Hürden sind nur 40 Läuferinnen zugelassen, da in dieser Disziplin fünf Vorläufe stattfinden. Über 5000 m belegte Vojta den 47. Platz (1145 Punkte). Hier waren 42 Läufer zuglassen.

Beide, Schrott und Vojta, wurden auch Opfer des höchst umstrittenen Qualifikationssystems für Tokio. Einer der Kritikpunkte war stets die Vergabe der Bonuspunkte für die verschiedenen Meetings und Meisterschaften. Da war nicht immer eine Ausgeglichenheit und Fairness zu erkennen.

Olaf Brockmann

krone Sport
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