Ach, übrigens...

Im Sinne von Frau Schwarz

Vorarlberg
22.06.2021 07:50

Dieses Mal hat es „Krone“-Kolumnist Harald Petermichl der Modus der Europameisterschaft angetan - der, bei genauerer Betrachtung, definitiv zu viel Spielraum für Interpretation lässt.

Bei der Recherche, wie das Wort „Modus“ dekliniert wird, um keinen größeren Fauxpas zu begehen, stößt man auf wenig Weltbewegendes. Der Nominativ Plural ist „Modi“ und nicht etwa „Moden“, was einleuchtet, da der Plural von „Motto“ ja auch nicht „Motten“ lautet. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist lediglich der auf einer Deutschpauk-Website angeführte Beispielsatz „Für den Modus hat sich Frau Schwarz schon immer interessiert.“ Ohne Frau Schwarz näher zu kennen, stößt das sofort auf Verständnis, denn jetzt, da das Gruppen-Vorgeplänkel bei der EM sich allmählich dem Ende zuneigt, kann es nicht schaden, sich mal schlau zu machen, wer denn überhaupt das Achtelfinale erreichen wird, sprich, welcher Modus hier zur Anwendung kommt. Die gute Nachricht vorweg: Es kommen ohnehin fast alle weiter, denn von 24 Teams muss gerade mal ein Drittel nach Hause ötteln, während die restlichen 16 ungerührt weiter ihren Dienst verrichten dürfen, egal in welchen Grotten sie bisher gekickt haben.

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Die gute Nachricht vorweg: Es kommen ohnehin fast alle weiter, denn von 24 Teams muss gerade mal ein Drittel nach Hause ötteln, während die restlichen 16 ungerührt weiter ihren Dienst verrichten dürfen, egal in welchen Grotten sie bisher gekickt haben.

Harald Petermichl

Um also unzweifelhaft festzulegen, wer am Ende welchen Platz in der Vorrundentabelle einnimmt, hat man in Nyon einen ausgeklügelten Modus ausgeheckt, der mit einem simplen „Zunächst werden die Mannschaften nach der Zahl der erspielten Punkte sortiert“ beginnt und unter Punkt 8 mit der schon etwas komplizierteren Wendung „Wenn ein direkter Vergleich zwischen zwei Mannschaften erforderlich sein sollte und bis einschließlich Punkt 4 (da ist von der Tordifferenz die Rede) keine Entscheidung möglich sein, findet als Ausnahmeregel ein Elfmeterschießen statt - sofern beide Teams am letzten Spieltag gegeneinander gespielt haben und sich demzufolge im selben Stadion aufhalten“ endet. Darüber, was das genau bedeuten könnte, warum die Punkte 5 bis 7 plötzlich keine Gültigkeit mehr haben sollen und wie das handzuhaben wäre, sollte sich ein Team gerade in Baku und das andere in London aufhalten, könnte man länger nachdenken, kann es aber auch bleiben lassen.

Aber es bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn lustiger wäre es, wenn nicht die vier besten Gruppendritten, sondern die vier schlechtesten Gruppenvierten weiterkämen. Der Unterhaltungswert am letzten Gruppenspieltag, wenn Teams versuchen, so hoch wie möglich zu verlieren, gegen Gegner, die denselben Plan haben, wäre enorm und so könnte die EM à la Platini doch noch in die Fußballgeschichte eingehen, zumindest was die Anzahl der erzielten Eigentore betrifft. Frau Schwarz würde das bestimmt gefallen.

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