15.06.2021 13:34 |

Prozess in Frankreich

Millionenstrafe für Ikea wegen Bespitzelung

Weil Ikea in Frankreich Hunderte Mitarbeiter bespitzelt hatte, ist der Möbelriese am Dienstag zu einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt worden. Auch der frühere Konzernchef in Frankreich, Jean-Louis Baillot, fasste eine saftige Strafe aus, weil er die „Massenüberwachung“ angeordnet hatte: Er erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Die Bespitzelung soll über Jahre stattgefunden haben - der Konzern hatte sich dafür Hilfe von Privatdetektiven und sogar Polizisten geholt. 2012 war der Fall schließlich aufgeflogen

Infos über mögliche Vorstrafen gesammelt
Ein Geschädigten-Anwalt hatte Ikea sogar regelrechte „Stasi“-Methoden vorgeworfen. Zwischen 2009 und 2012 sammelte Ikea laut den Ermittlern vertrauliche Informationen über fast 400 Mitarbeiter und Bewerber, etwa über mögliche Vorstrafen.

Das Strafgericht in Versailles sprach Ikea nun wegen des „Sammelns persönlicher Daten mit betrügerischen Mitteln“ schuldig. Die Anklage hatte einen Fall von „Massenüberwachung“ gesehen. Sie forderte deshalb eine Strafe von zwei Millionen Euro für Ikea sowie drei Jahre Haft für den früheren Konzernchef, davon zwei zur Bewährung.

Zivilkläger ortet „mildes“ Urteil für Konzernchef
Der Gewerkschafter Adel Amara äußerte sich als einer der Zivilkläger in dem Verfahren „zufrieden“ über das Urteil, nannte die Strafe aber „ein wenig milde“. Der frühere Konzernchef Baillot reagierte dagegen „schockiert“, wie sein Anwalt mitteilte. Der Ex-Manager prüft demnach Rechtsmittel gegen das Urteil.

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