13.06.2021 11:46 |

Drama um Eriksen

„Wahnsinn!“ Harsche Kritik wegen Spielfortsetzung

Dass die EM-Partie zwischen Dänemark und Finnland (0:1) am Samstagabend nach dem Drama um Christian Eriksen fortgesetzt wurde, hat Fans und Experten überrascht. Viele konnten diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Der deutsche TV-Experte und Weltmeister Christoph Kramer sprach von „absolutem Wahnsinn“.

„Das hätte niemals passieren dürfen“, kritisierte Kramer im ZDF. Die UEFA hätte von sich aus die Partie abbrechen müssen und nicht den Mannschaften die Entscheidung überlassen. „Da sind so viele Emotionen im Spiel. Nach so einer Tragödie kann man nicht Fußball spielen, das geht einfach nicht“, so Kramer. Sein Weltmeister-Kollege und Co-Experte Per Mertesacker stimmte zu: „Man hätte die Partie abbrechen müssen und die Spieler eine Nacht drüber schlafen lassen sollen.“

Wenn so etwas passiere, „sind sie voller Emotionen und haben nicht die Übersicht, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Es muss jemanden geben, der dann sagt: Wir hören hier auf“, sagte Dänemarks Fußball-Legende Michael Laudrup als EM-Experte des dänischen Fernsehsenders TV3+.

Das Spiel wurde nach einer Unterbrechung von 107 Minuten fortgesetzt. Der 56 Jahre alte Laudrup hält das „nicht für die richtige Wahl. Ich finde es falsch, eine Entscheidung so kurz nach einem emotionalen Ereignis treffen zu müssen“, meinte er. „Da hätte man sagen sollen: ‘Wir werden heute Abend nicht mehr spielen. Dann werden wir wahrscheinlich später die Gelegenheiten finden.‘"

Eriksen war beim Spiel gegen Finnland kurz vor Ende der ersten Halbzeit auf dem Spielfeld kollabiert. Rettungskräfte begannen daraufhin mit Wiederbelebungsmaßnahmen auf dem Rasen. Die dänischen Spieler bildeten einen Kreis um Eriksen, um ihren Mannschaftskameraden vor Blicken zu schützen. Später wurde Eriksen abgeschirmt von Planen auf einer Trage vom Platz gebracht und in die Kopenhagener Klinik Rigshospitalen transportiert.

Die UEFA erklärte, die Fortsetzung der Partie sei auf Bitten der Spieler beider Mannschaften beschlossen worden. Nachdem das Spiel mehr als eineinhalb Stunden unterbrochen war, wurden gegen 20.30 Uhr die verbliebenen Minuten der ersten Halbzeit zu Ende gespielt. Finnland gewann die Partie schließlich mit 1:0.

Ingemar Pardatscher
Ingemar Pardatscher
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