09.06.2021 07:03 |

Politiker fordern:

Manager sollen auf ihren Jahresbonus verzichten

Enorme Boni bis zu 92.400 Euro kassierten Top-Manager von öffentlichen Unternehmen im Vorjahr. „Krone“-Berichte schlagen hohe Wellen: Die Politik hat Ideen, wo das Geld besser aufgehoben wäre und fordert die Geschäftsführer auf, auf die Summen zu verzichten. Mitarbeiter und Kunden sollen stattdessen profitieren.

„Es ist für mich unverständlich, wenn Manager in Zeiten der schwersten Wirtschaftskrise Bonus-Zahlungen kassieren“, reagiert Bürgerlisten-Klubobfrau Inge Haller auf die enormen Geld-Zuckerl für Geschäftsführer von Unternehmen mit Landes- und auch Stadtbeteiligung – die „Krone“ berichtete. Die Geschäftsführer von Flughafen, Zoo, Tourismusgesellschaft oder etwa auch der Landesspitäler haben Summen bis zu 92.400 Euro zusätzlich zu ihrem Jahresgehalt bekommen. Auch für das Corona-Jahr 2020 werden nur geringe Abstriche erwartet.

Haller schlägt vor, dass die Manager auf ihre Bonus-Zahlungen verzichten und die Summen stattdessen spenden. Eine ähnliche Idee kommt KPÖ Plus Gemeinderat Kay-Michael Dankl: Die Salzburg AG solle die Gebühren senken und soziale Härtefälle abfedern. Gerade in der Coronakrise seien bei vielen Familien die Stromkosten explodiert.

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Wenn der Bonus des Geschäftsführers höher ist als das Jahreseinkommen der Pflegekräfte, dann läuft was falsch.

SPÖ-Landesparteivorsitzender David Egger

Mehr Gehalt und weniger Stunden für Pflegekräfte
Geht es nach der SPÖ, dann soll mit den 55.300 Euro für Landeskliniken-Chef Paul Sungler lieber das Gehalt der Pflegekräfte aufgebessert werden. „Wenn der Bonus des Geschäftsführers höher ausfällt als das Jahreseinkommen der Pflegekräfte, dann läuft was falsch. 2000 Euro netto im Monat sind das Mindeste, was man als Pflegefachassistent erhalten sollte“, fordert SPÖ-Chef David Egger. Zudem brauche es eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.

Ob sich die Landes-Manager die enormen Boni tatsächlich durch Leistung verdienen, bezweifeln die Freiheitlichen. Sie werden diese Woche eine Anfrage zur Kosten-Nutzen-Rechnung einbringen.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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