07.06.2021 06:00 |

Polizei, Platzverbote

Was tun wir jetzt für die Jugendlichen?

Die Jugendlichen haben über ein Jahr zum Schutz der Älteren zurückgesteckt. Jetzt wollen sie endlich feiern, doch ihre Räume im Freien fallen Eskalationen und polizeilichen Machtdemonstrationen zum Opfer. Räumung am Donaukanal, Platzverbot am Karlsplatz! Und das Problem ist nicht nur auf Wien begrenzt, auch in Klagenfurt und Graz lässt sich die Jugend nicht vom Feiern abhalten. Von der Politik gibt es dazu vor allem viele Worthülsen.

Die Jugend hätte dieses lange Wochenende auch lieber am Nova Rock oder auf Maturareise gefeiert. Letztlich wurden es, wie berichtet, nicht einmal öffentliche Plätze wie der Karlsplatz. Die Polizei behält sich das Recht vor, im Sommer Platzverbote zu verhängen. Auch in der Klagenfurter Herrengasse ließen sich viele dieses Wochenende trotz Sperrstunde nicht vom Feiern abhalten und sorgten für Wirbel. Im Grazer Stadtpark wurde ebenfalls ausgelassen gefeiert. Lärm, Müllberge und laufend Polizeieinsätze sind die Folge. Und was macht die Politik?

Die Wiener SPÖ fordert einmal mehr die Kompetenz für die Polizei in die Hände der Stadt zu legen. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat beklagt, nicht eingebunden gewesen zu sein. Er sprach sich gegen jede Form der Polarisierung und für Respekt aus. Von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) heißt es: „Es ist wichtig, genug öffentliche Räume zur Verfügung zu stellen und ab 10. Juni weitere Öffnungsschritte zu setzen.“

„Konsumfreie Räume“ und „keine Einschränkungen“
Die Grünen wollen lieber Taten statt Worte und nehmen die Stadtregierung in die Pflicht: „Die Stadt Wien muss mehr konsumfreie öffentliche Räume für Jugendliche schaffen“, fordert Jugendsprecher Ömer Öztas. „Gewalt gegen die Polizei ist nicht zu akzeptieren“, sagt Laura Sachslehner von der ÖVP. Die friedliche Jugend, die einfach feiern will, verweist sie, bei allem Verständnis, auf die aktuellen Pandemievorschriften. Für die FPÖ ist es eine einfache Geschichte: „Alles soll wieder ohne Einschränkungen öffnen, und Konzerte sollen stattfinden“, so Maximilian Kraus. „Die Jugendlichen haben keine Alternativen zu Plätzen wie dem Donaukanal.“

Maida Dedagic
Maida Dedagic
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