26.05.2021 16:13 |

Herzliche Audienz

Papst küsste Arm von Holocaust-Überlebender

Papst Franziskus hat am Ende der Generalaudienz im Vatikan am Mittwoch die Holocaust-Überlebende Lidia Maksymowicz getroffen. Die 81-Jährige überlebte als Kind das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Das Kirchenoberhaupt umarmte die Frau herzlich und küsste anschließend ihren Arm mit der tätowierten Nummer des Konzentrationslagers.

Lidia Maksymowicz war drei Jahre alt, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter aus dem weißrussischen Minsk in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen deportiert wurde.

Im Jänner 1945 wurde sie von ihrer Mutter getrennt, die auf einen sogenannten Todesmarsch geschickt wurde. Am 27. Jänner 1945 wurde sie in Auschwitz von der Roten Armee befreit. In einem ARD-Interview gab sie zu Protokoll: „Ich war damals Kind und ich kann nicht genau sagen, was sich dort alles zugetragen hat. Ich kann mich nur erinnern, wie ich mich in der Kinderbaracke in der dunkelsten Ecke versteckt habe. In meiner Naivität dachte ich, dass ich, wenn ich mich verstecke und nicht zu sehen bin, dass sie mich nicht greifen werden.“

„Wir waren einfach Nummern“
Als sie tätowiert wurde, habe sie ihre Mutter am Arm gehalten, so Maksymowicz weiter: „Alle Kinder haben eigentlich geschrien dabei, aber ich war so organisiert. Ich war diszipliniert. Schon als Kleine. Angeblich habe ich nicht geweint. Von diesem Moment an hatten wir keine Geschichte. Keine Herkunft. Keine Namen. Wir waren einfach Nummern. So wie alle anderen Gefangenen.“

Als Auschwitz-Überlebende fühlt sie sich verpflichtet, über all die Gräueltaten, die dort geschehen sind, zu berichten. Sie besucht Schulen, spricht in Museen und Gedenkstätten.

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