26.05.2021 12:17 |

„Alles ist zerstört“

Friseur schneidet Haare inmitten von Trümmern

Seine Friseurstube ist einem Bombenhagel zum Opfer gefallen, seine Existenz liegt - im wahrsten Sinne des Wortes - in Trümmern. Doch Hashim Al-Jrousheh weigert sich, die Hände in den Schoß zu legen und sich tatenlos seinem Schicksal zu ergeben. Inmitten von Schutt hat der stolze Mann seinen Salon wiedereröffnet, schneidet Haare, trimmt Bärte und ermöglicht seinen Kunden so etwas Normalität in der durch die Waffenruhe bedingt etwas aufatmende Region.

Viele Menschen haben im Nahostkonflikt alles verloren. Tagelang gingen sowohl in Israel als auch im Gazastreifen Bomben nieder, Wohnhäuser, Schulen und Geschäfte wurden zerstört. So am 12. Mai auch Hashim Al-Jroushehs Friseurstube - und damit seine einzige Möglichkeit, seine vierköpfige Familie zu versorgen.

„Haben uns an Krieg gewöhnt“
Doch nun hat der 30-Jährige seine Arbeit wieder aufgenommen. Mit dem notwendigsten Equipment ausgerüstet betreut er treue Kunden, an Krieg und Zerstörung hat er sich „längst gewöhnt“. Ein Plastikstuhl, ein Spiegel und eine Rasiermaschine - mehr konnte er vor der Zerstörung nicht retten. Als die Bomben einschlugen, rannte er „schnell weg“, überrascht war er von dem Angriff nicht: Schon eine Stunde zuvor waren sieben Raketen niedergegangen.

Doch als Al-Jrousheh später „zurückkam, war der Ort natürlich völlig zerstört und alles war völlig unbrauchbar. Ich kam zurück und begann, alles wieder aufzubauen, mit einem Plastikstuhl, einem kleinen Spiegel und einer Rasiermaschine und zusammen mit einigen Werkzeugen, die ich kürzlich gekauft habe“, berichtet er. Seinen Lebensunterhalt wolle er „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ aber weiterhin auf eigene Faust bestreiten.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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