22.05.2021 11:33 |

„Egal, ob ich sterbe“

Suche nach Ex-Soldat: Alarmzustand in Belgien

In Belgien entwickelt sich die Suche nach einem flüchtigen Ex-Soldaten immer mehr zum nervenaufreibenden Katz-und-Maus-Spiel. Der mutmaßlich rechtsextreme ehemalige Berufssoldat gilt als Corona-Leugner und wird verdächtigt, terroristische Anschläge geplant zu haben. Eines seiner Ziele soll der bekannte flämische Virologe Marc Van Ranst gewesen sein, der mittlerweile an einen sicheren Ort gebracht wurde. In einem Abschiedsbrief habe der 46-Jährige geschrieben: „Es ist mir egal, ob ich sterbe oder nicht. Aber dann wird es mein Weg sein.“

Die belgischen Behörden sind seit Dienstagnachmittag auf der Suche nach dem Mann. Sogar die belgische Armee hilft mit schwer gepanzertem Gerät bei der Suche. In der Nacht auf Samstag durchkämmten Hunderte Einsatzkräfte erfolglos den Nationalpark Hoge Kempen an der belgisch-niederländischen Grenze. In der Nähe war das Auto des Ex-Soldaten gefunden worden, darin lagen auch schwere Waffen.

Ex-Soldat hatte Zugang zur Armee-Waffenkammer
Die Behörden gehen davon aus, dass der ehemalige Elitesoldat bewaffnet ist, weil er direkten Zugang zur Waffenkammer seiner Armee-Einheit hatte. Aufgrund rechtsextremer Sympathien steht er auf einer Terroristenliste der belgischen Anti-Terror-Behörde Ocam. Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder schloss unterdessen einen Rücktritt aus. Die Kritik am Ministerium war seit Bekanntwerden der Umstände laut geworden.

Dedonder ist erst seit Oktober 2020 im Amt und kritisierte ihren Vorgänger, zu wenig investiert zu haben. Die Ministerin sagte weiter, dass interne Untersuchungen eingeleitet werden sollen, in denen auch die Verfahren für den Zugang zu militärischen Unterkünften und Waffendepots beleuchtet werden sollen.

Premier Alexander De Croo sagte zuvor, es sei inakzeptabel, dass jemand der auf der Ocam-Liste stehe, in der Armee aktiv sei und Zugang zu Waffen bekomme. Er plant nun einen Aktionsplan zur strukturellen Überwachung von radikalisierten Personen in den Streitkräften.

Martin Grob
Martin Grob
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