04.05.2021 12:59 |

Abzug aus Afghanistan

Österreichs Soldaten kehren noch im Sommer heim

Der Abzug von 10.000 NATO-Soldaten und ihrer Verbündeten aus Afghanistan hat begonnen und soll im September abgeschlossen sein. 15 österreichische Bundesheer-Soldaten sind zur Ausbildung der afghanischen Armee noch im Einsatz. Sie kommen früher als erwartet zurück in die Heimat.

Der von US-Präsident Joe Biden angekündigte Truppenabzug aus Afghanistan hat am 1. Mai begonnen und soll bis 11. September 2021 abgeschlossen sein. Damit soll der mit 20 Jahren am längsten dauernde Krieg der USA beendet werden. Gemeinsam mit den US-Truppen werden auch die restlichen internationalen Streitkräfte sowie die NATO das Land am Hindukusch verlassen.

Die NATO war mit ihrem Einsatz „Resolute Support“ zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte zuletzt noch mit rund 9600 NATO-Soldaten vor Ort. Das österreichische Bundesheer ist noch mit 15 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Wie die „Krone“ erfuhr, sollen diese Soldaten früher als erwartet wieder zu Hause sein.

„Die Rückverlegung der 15 österreichischen Soldaten erfolgt im Einklang mit der internationalen Staatengemeinschaft. Die Ausbildungsaktivitäten für die afghanischen Sicherheitskräfte wurden bereits eingestellt und gemäß aktuellem Zeitplan soll bis Mitte Juli der gesamte Abzug abgeschlossen sein“, so Generalmajor Johann Frank, Leiter des Instituts für Friedenssicherung und Konfliktmanagement der Landesverteidigungsakademie.

Experten befürchten nach dem Abzug eine Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht in Afghanistan. Die Taliban erklärten am Samstag, sie hielten sich eine Reaktion auf den verspäteten Abzug offen. Da der Abzug ausländischer Streitkräfte nicht - wie mit der Regierung von Biden-Vorgänger Donald Trump im USA-Taliban-Abkommen vereinbart - zum 1. Mai abgeschlossen worden sei, habe dieser „Verstoß“ ihnen „im Prinzip den Weg geebnet, jegliche Gegenmaßnahme“ gegen die internationalen Truppen zu ergreifen, die man für angemessen halte, postete der Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid am Samstag auf Twitter.

Man warte auf eine Entscheidung der Taliban-Führung diesbezüglich.

Clemens Zavarsky
Clemens Zavarsky
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