23.04.2021 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

Radioaktives Sushi

Die japanische Regierung verfolgt einen verwegenen Masterplan: Mehr als 1,2 Millionen Tonnen radioaktives Fukushima-Wasser sollen in den Pazifik abgelassen werden. Damit könnte man 500 olympische Schwimmbecken befüllen. Aber das sei eben von allen schlechten Möglichkeiten noch immer die beste, heißt es aus Japan. Geht’s noch? Sollen wir demnächst wirklich radioaktives Sushi essen?

Das Thema Atomkraft liegt mir wirklich im Magen. Die Darstellung der Atombefürworter, wonach die Atomenergie ach so nachhaltig und klimafreundlich sei, ist eine Halbwahrheit. De facto werden die vielen kleinen Störfälle, die in Atomkraftwerken weltweit laufend passieren, komplett unter den Teppich gekehrt. De facto hat niemand eine Lösung für die Frage, wie und wo der Atommüll endgelagert werden soll. De facto werden die Langzeitschäden, die Reaktorunfälle wie in Tschernobyl oder Fukushima verursachen, schlichtweg ausgespart.

Derzeit sind in 32 von 195 Staaten 413 Atomreaktoren in Betrieb. Damit werden gerade einmal 10 Prozent des globalen Energiebedarfs gedeckt. China träumt dennoch von einer strahlenden Zukunft und hat alleine in den letzten 10 Jahren 37 Reaktoren ans Netz genommen. Frankreich verlängerte die Laufdauer seiner alten AKWs um weitere 10 Jahre. Nur Deutschland hat den Atomausstieg nach Fukushima beinhart durchgezogen und geht der Sonne entgegen. Kraft genug, um sogar den weltweiten Energiebedarf locker zu decken, hat sie.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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