17.04.2021 08:52 |

Ertappter Impfdrängler

Zehnjährige Ämtersperre für Perus Ex-Präsident

Wegen seiner Verwicklung in einen Impfskandal darf der frühere peruanische Präsident Martin Vizcarra für zehn Jahre keine öffentlichen Ämter bekleiden. Er hatte sich Ende vergangenen Jahres - ohne an der Reihe zu sein - mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm impfen lassen. Der Kongress des südamerikanischen Landes verhängte deshalb am Freitag die Ämtersperre gegen den ehemaligen Staatschef (2018-2020).

Damit kann der 58-Jährige auch sein Parlamentsmandat nicht wahrnehmen, das er bei der Wahl am vergangenen Sonntag errungen hatte. 

Zahlreiche Politiker in „Impf-Gate“ verwickelt
Der Ex-Staatschef ist aber nicht der einzige, den der Bannstrahl des Parlaments traf. Die frühere Außenministerin Elizabeth Astete wurde für ein Jahr gesperrt und die ehemalige Gesundheitsministerin Pilar Mazzetti für acht Jahre. In den Skandal „Vacuna-Gate“ („Impf-Gate“) sind knapp 500 Politiker, Funktionäre und Beamte verwickelt. Sie sollen sich bei der Impfkampagne vorgedrängelt haben.

Ihrer Darstellung nach haben sie hingegen noch während der Testphase freiwillig an klinischen Studien teilgenommen und wurden deshalb geimpft. Im Falle Vizcarras hatte die zuständige Universität in Lima dies ausdrücklich dementiert.

Vizcarra wurde im vergangenen Jahr vom Kongress des Amtes enthoben. Der Ex-Präsident war in seiner Regierungszeit immer wieder mit dem Parlament aneinandergeraten. Er warf den Abgeordneten vor, seine Bemühungen im Kampf gegen die Korruption auszubremsen. Gegen etwa die Hälfte der Parlamentarier wird wegen verschiedener Vergehen ermittelt.

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