29.03.2021 17:53 |

„Versteckte“ Käfigeier

Herkunft von Eiern in Lebensmitteln oft unklar

Jedes Jahr zu Ostern werden Eier in den Fokus gerückt, schließlich sind sie ein essenzieller Teil des Fests. Tierschützer und Landwirtschaftsvertreter sorgen sich vor allem über die nicht nachvollziehbare Herkunft von Eiern, die etwa in Eiernockerln, Kuchen oder Biskotten verarbeitet werden. Oft werden Käfigeier in solchen Produkten vermutet. Diesem Vorwurf widerspricht die Lebensmittelindustrie - hierbei handle es sich um „Fake News“. 

„Ostern wird von diversen Lobbying-Organisationen jedes Jahr zum Anlass genommen, um falsche Behauptungen über den Einsatz oder die Kennzeichnung von Eiern in Lebensmitteln aufzustellen“, sagte Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie, am Montag. 

Landwirtschaftskammer: Einkaufstest „katastrophal“
Sie widersprach damit der Landwirtschaftskammer, die vergangene Woche mutmaßte, dass Konsumenten in vielen Produkten Käfigeier aus Nicht-EU-Ländern untergejubelt werden. Ein Einkaufstest habe laut LK-Vizepräsidentin Maria Pein gezeigt, dass nur bei einem von 31 Halbfertig- und Fertigprodukten wie Nudeln, Eiernockerln oder Kuchen die österreichische Herkunft der verwendeten Eier auf der Verpackung nachvollziehbar gewesen sei.

Bei 23 Produkten, die Eier enthalten, sei die Herkunft überhaupt nicht nachvollziehbar. Das sei ein „katastrophales“ Ergebnis. Die Tester vermuten, dass die Eier, bei denen Herkunft und Haltungsform im Dunkeln bleibt, aus Käfighaltung „aus aller Welt“ kämen. 

Österreich importiert keine Eier aus Käfighaltung
Dem hält Koßdorf Zahlen der Statistik Austria entgegen, wonach Österreich aktuell über 433 Millionen Stück frische Hühnereier importiert und diese zu 100 Prozent aus der EU stammen würden. Konventionelle Käfighaltung ist seit 2012 in der Europäischen Union verboten. Erlaubt ist es weiterhin, Legehennen in größeren Käfigen mit Scharrbereich, Sitzstangen und Nestern zu halten.

Die Lebensmittelbranchenvertreterin verweist auch auf die Ei-Datenbank, in der jedes Ei, das in Österreich in den Handel komme, erfasst werde. Auch die Landwirtschaftskammer gibt Konsumenten den Tipp, hier mittels der aufgedruckten Nummer im Internet (unter eierdatenbank.at) den Haltungsbetrieb des jeweiligen Eis ausfindig machen. 

Herkunft bei verarbeiteten Lebensmitteln schwer nachvollziehbar
Bei verarbeiteten Produkten ist die Herkunft der Eier aber oft nicht nachvollziehbar, gerade wenn sie nicht in der EU hergestellt werden. In importierten Produkten können somit sehr wohl Käfigeier auch in österreichischen Supermärkten landen. Zwar muss seit 1. April 2020 die Herkunft von Eiern angegeben werden, allerdings nur, wenn diese die Hauptzutat sind und die Herkunft von der des Lebensmittels als Ganzes abweicht.

Einige Lebensmittelunternehmen geben zudem freiwillig über Haltungsform der Legehennen und Herkunft der eingesetzten Eier in den Produkten Auskunft. Die österreichischen Agrarlandesräte fordern geschlossen eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Eiern in allen verarbeiteten Produkten sowie in der Gemeinschaftsverpflegung.

Matthias Fuchs
Matthias Fuchs
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