26.03.2021 09:21 |

Jetzt Fleckerlteppich

Auch Ampel-Kommission für Lockdown im ganzen Land

Vorarlberg hat seit elf Tagen geöffnet, Wien, Niederösterreich und das Burgenland schließen am kommenden Donnerstag und im restlichen Land gelten weiterhin die Maßnahmen des lockeren Lockdowns - zumindest dort, wo nicht wegen einer zu hohen Sieben-Tage-Inzidenz Ausreisetests nötig sind. Es ist ein wahrer Corona-Regeln-Fleckerlteppich, der sich über unser Land zieht. Nicht nur deswegen sprechen sich Experten, zum Teil die Politik und die Ampel-Kommission dafür aus, dass das Ost-Paket auf ganz Österreich ausgerollt wird. Doch klar ist nicht, dass der Mini-Lockdown mit dem Dienstag nach Ostern enden wird.

Aus der aktuellen Risikoeinschätzung der Ampel-Kommission, die der APA vorliegt, geht hervor, dass die Experten vorschlagen, eine Inzidenz von über 200 als präventives Instrument heranzuziehen, um Auslastungssituationen in den Krankenhäusern wie in den östlichen Bundesländern zu vermeiden. Wenn man sich die Werte ansieht, wird klar: Von der Kommission angesprochen fühlen sollten sich alle Bundesländer außer Vorarlberg. Das westliche Bundesland bleibt als einziges trotz zuletzt steigender Infektionszahlen auf der Corona-Ampel orange geschaltet. Allerdings beginnen sich jetzt auch dort die gefährlicheren Virusvarianten auszubreiten.

Nur noch sechs Bezirke bzw. Regionen mit Inzidenz unter 100
Salzburg hat zwar aktuell noch keine so starke Auslastung der Intensivstationen wie die Ostregion, doch die Inzidenz - AGES-Dashboard, Stand 25. März - überholte mit 299,2 Niederösterreich (283,4) und das Burgenland (282,6). Nur in Wien gibt es aktuell mehr Fälle. Auch in Tirol steigen die Zahlen wieder: Reutte war in der Vorwoche noch österreichweit der Bezirk mit den besten Zahlen, seither ging es um 200 Prozent nach oben. Dass das Infektionsgeschehen quer durch das Land bedenklich ist, zeigt sich auch daran, dass nur noch vier Bezirke und zwei Regionen eine Inzidenz unter 100 haben, auch von diesen Gebieten keines mit einem Wert von unter 50.

Fleckerlteppich aus Corona-Regeln
Auch Vorarlberg (unten in Grün) schafft diesen Wert, der einst für Lockerungen herangezogen werden sollte, bei Weitem nicht - Öffnungsschritte unter Einhaltung der jeweiligen Maßnahmen für drinnen und draußen wurden trotzdem möglich. Der Osten des Landes (in Rot) geht kommende Woche in die „Osterruhe“. Körpernahe Dienstleister und der Handel schließen von Gründonnerstag bis Dienstag nach Ostern, danach muss auch beim Shoppen ein negativer Corona-Test vorgezeigt werden. Die Schulen wechseln für die Woche nach Ostern ein weiteres Mal ins Distance Learning. Bereits ab 1. April werden die Grenzkontrollen verstärkt.

Im restlichen Österreich ändert sich nicht viel - außer die Inzidenz eines Bezirks übersteigt die Marke von 400. Dann werden Ausreisetests benötigt (in Blau) bzw. wechseln künftig die Schulen in den Distanzunterricht.

In Wien Bangen vor dem kommenden Wochenende
Bezüglich der Zahl der positiven Tests geht es ebenfalls deutlich nach oben. In Wien sind unter allen PCR- und Antigen-Testungen mittlerweile zwei von 100 positiv. Gelingt es durch den kurzen Lockdown nicht, die Neuinfektionszahlen zu senken, wird es düster. Schon jetzt stehen die Zeichen auf Verlängerung, wie die „Krone“ schreibt. „Nach Ostern gibt es eine Evaluierung der Maßnahmen“, heißt es aus dem Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Falls notwendig, müsste man nachschärfen. Gebangt wird in der Bundeshauptstadt zunächst vor dem kommenden Wochenende: Es gelten noch die alten Regeln, doch das Wetter wird viele nach draußen locken.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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