13.03.2021 17:58 |

Impfstoff-Debatte

Bisher eine Million Dosen in Österreich verimpft

In der Debatte um die Impfstoffverteilung gegen das Coronavirus in der Europäischen Union ist das - zuletzt ins Visier der ÖVP geratene - Gesundheitsministerium weiter um Entschärfung bemüht. Die Zahl der Covid-19-Impfungen in Österreich werde im Laufe des Wochenendes eine Million übersprungen haben, wie das Ministerium am Samstag wissen ließ. „Gestern erreichten wir einen Tagesrekord von fast 50.000 Impfungen, mittlerweile wurden bereits eine Million Impfungen durchgeführt.“ Die Zahl der täglichen Impfungen steige wie geplant konsequent an. Den vom Kanzler geforderten EU-Gipfel zu Impfstoffmengen begrüße man im Ministerium.

Die Zahl von 500.000 Corona-Impfungen wurde in Österreich vor drei Wochen überschritten. Die Lieferung würden jetzt auch stark steigen: Im März werden es insgesamt über 1,1 Millionen Dosen sein, im 2. Quartal etwa 6,9 Millionen Dosen und im 3. Quartal voraussichtlich über zwölf Millionen Dosen. In Summe würden bis inklusive 3. Quartal über 20 Millionen Impfdosen in Österreich angekommen sein, ein Mehrfaches als benötigt wird, wie das Ministerium - wohl auch mit Blick auf die wachsenden Sorgen vor Impfstoffengpässen - betont.

Es sei entscheidend, den Impfplan mit einer umfassenden Priorisierung der Gruppen mit erhöhtem Risiko konsequent umzusetzen, was durch das Fallen der Altersschranke beim Vakzin von AstraZeneca besser möglich sei. Für den Montag wurde hierfür ein Erlass an die Länder angekündigt, diese Priorisierung von alten Menschen und Hochrisikogruppen beim Impfablauf vollinhaltlich konsequent umzusetzen.

Debatte um Impfstoffverteilung innerhalb der EU
Was die laufende Debatte über die Impfstoffverteilung innerhalb der EU und die Bestellmengen vonseiten Österreichs betrifft, so habe das Gesundheitsministerium vergangenen Juli 24 Millionen Dosen Impfstoff für Österreich bestellt, eine Menge für nahezu drei Impfungen für jeden Österreich. Die Einigung darüber, dass alle EU-Mitgliedsstaaten gleich viel Impfstoff pro Einwohner erhalten sollen, sei damals ein wichtiger Schritt gewesen. Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen zeitgleich mit den gleichen Impfstoffmengen, relativ zur Anzahl der Bevölkerung, beliefert werden. Ein EU-Gipfel zu diesem Thema werde begrüßt.

Zitat Icon

"Alles unter Einhaltung des damals von Nationalrat und Ministerrat verankerten Budgets für die Impfkampagne von 200 Millionen Euro"

Aussendung des Gesundheitsministeriums vom 13. März 2021

„Zum Zeitpunkt der Vertragserstellung mit den damals sechs Herstellern gab es noch kein klares Bild zur Frage der Zulassung, zum genauen Zeitpunkt der Zulassung und zu den frühestmöglichen Lieferzeitpunkten. Nach damaligem Kenntnisstand galten AstraZeneca und Moderna als aussichtsreichste Kandidaten, weshalb von den Fachleuten des Gesundheitsministeriums wie von vielen anderen EU-Mitgliedsstaaten vorrangig dieses Kontingent voll ausgeschöpft wurde und bei Biontech/Pfizer nahezu ebenso - alles unter Einhaltung des damals von Nationalrat und Ministerrat verankerten Budgets für die Impfkampagne von 200 Millionen Euro“, fasste das Ministerium in seiner Aussendung die Ausgangslage zusammen.

31 Millionen bestellte Vakzine reichen für drei Impfungen pro Österreicher
Österreich habe derzeit rund 31 Millionen Impfdosen bestellt. Folglich sei die Vollimmunisierung für jeden Menschen, der in Österreich lebt, um das 2,85-fache gesichert. Damit werde auch die Vorgabe der Bundesregierung erfüllt, dass jede und jeder in Österreich geimpft werden kann. Diese Liefermengen seien zudem in mehreren Ministerratsvorträgen verankert worden.

Quelle: APA

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