10.03.2021 14:36 |

Herpes-Epidemie

Pferdevirus erreicht Österreich: 14 Fälle in Tirol

Nach dem Ausbruch des gefürchteten Herpesvirus EHV-1 im spanischen Valencia mit Dutzenden erkrankten und bereits elf toten Pferden auf einem großen, internationalen Reitturnier hat es nun auch einen österreichischen Stall getroffen. Auf dem Schindlhof der Familie Haim-Swarovski in Fritzens in Tirol sind 14 Tiere betroffen. Wie es zur Ansteckung kam, ist allerdings ein Rätsel.

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Denn keines der Pferde war im Ausland auf einem Turnier bzw. sind keine neuen Tiere in den Stall gekommen, wie Klaus Haim im Gespräch mit der „Tiroler Tageszeitung“ erklärte. Auch seien die Tiere korrekt geimpft gewesen. Die erkrankten Tiere seien in einem abgesonderten Bereich untergebracht, seit Montag habe es keine Neuerkrankung mehr gegeben.

Unklar, wie sich die Tiere ansteckten
Einen Zusammenhang mit dem Herpesvirus aus Valencia, das seit seinem Ausbruch Ende Februar den Pferdesport in halb Europa lahmgelegt hat, schließt Josef Kössler, Leiter der Tiroler Landesveterinärdirektion, allerdings aus. Weitere Laborergebnisse sollen aber die absolute Gewissheit bringen.

Sämtliche Turniere abgesagt
Der Internationale Pferdesportverband FEI hatte bereits kurz nach dem Ausbruch in Spanien alle Turniere auf dem europäischen Kontinent abgesagt, Österreichs nationaler Verband OEPS war der Empfehlung gefolgt. Seit Anfang März befindet sich der Pferdesport in Österreich quasi im „Voll-Lockdown“, alle Veranstaltungen wurden abgesagt. Wobei dazu gesagt werden muss, dass zuletzt lediglich Spitzensportler bei den Reitturnieren startberechtigt waren, der Amateursport liegt in Folge der Corona-Pandemie sowieso seit geraumer Zeit auf Eis. 

Pferde können nicht mehr stehen
Eine Infektion mit EHV-1 kann in den schlimmsten Fällen tödlich enden. Die erkrankten Pferde zeigen hohes Fieber sowie oftmals neurologische Ausfallserscheinungen. Auch Atemwegsprobleme können auftreten. Im extremen Fällen können die Pferde nicht mehr selbstständig aufstehen, müssen mithilfe von Trageschlingen und Gurten wieder auf die Beine gebracht werden. Menschen können sich zwar nicht anstecken, allerdings kann das Virus über Kleidung bzw. Ausrüstung auf die Tiere übertragen werden.

Eine auf dem Markt befindliche Impfung ist umstritten, was den tatsächlichen Schutz angeht. Tierärzte sind sich zwar einig, dass sie nur dann sinnvoll ist, wenn der komplette Bestand durchimmunisiert werden würde - was kaum jemals der Fall ist. Die Impfung kann allerdings die Krankheitsanzeichen, die Herpes hervorruft, in vielen Fällen abmildern.

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