3000 Anzeigen, darunter viel FPÖ-Prominenz, 42 Festnahmen, vier verletzte Polizisten und ein gestürmtes Gebäude - die Wogen gehen hoch.
Den Krawallen am Rande der (nicht genehmigten) Demo am Samstag in der Wiener Innenstadt und später im Prater - wir berichteten - folgt nun ein politischer Schlagabtausch. Gegipfelt sind die Ausschreitungen im Sturm auf das Gebäude einer Versicherung in der Oberen Donaustraße, wo ein Wachmann schwere Verletzungen davontrug. 22 Personen wurden vor Ort festgenommen.
„Hier sind Grenzen überschritten worden“
„Wenn völlig unbeteiligte Sicherheitsmitarbeiter von einer aufgepeitschten Menschenmenge überrannt und schwer verletzt werden, sind Grenzen überschritten worden“, erklärt Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), „in unserem demokratischen Österreich werden Konflikte nicht auf der Straße, sondern im Parlament ausgetragen.“ Die FPÖ hatte im Vorfeld zu der Kundgebung aufgerufen, mehrere Partei-Mitglieder wurden angezeigt, weil sie auf die Maske pfiffen.
Eine in den Nationalrat gewählte Partei und ein ehemaliger Innenminister haben eine Stimmung der Gewalt aufbereitet.
Innenminister Karl Nehammer (ÖVP)
Es hagelte mehr als 3000 Anzeigen, darunter auch mehrere nach dem Verbotsgesetz. Ein Demo-Chaot soll Nazi-Parolen geschrien, den Hitlergruß gezeigt und sich dabei gefilmt haben. Vier Beamte wurden verletzt, insgesamt klickten für 42 Personen die Handschellen.
Kritik auch an Polizei
Auch Kritik an der Polizei wurde laut. Sie habe die Demonstranten gezielt in eine Falle gelockt und eingekesselt. Die Polizeispitze weist die Vorwürfe aufs Schärfste zurück. Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl konterte: „Vorwürfe jeder Art gegen die Vorgangsweise der Wiener Polizei sind im Lichte der Sachlage mehr als unangebracht“, meinte er. Denn nach Ende der FPÖ-Versammlung bei der Jesuitenwiese habe ein großer Pulk geschlossen zurück in die Innere Stadt marschieren wollen. Deshalb habe die Polizei die Donaukanalbrücken gesperrt.
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