16.02.2021 16:19 |

„Das ist ja megacool“

Medaillen-Chaos! Liensbergers Silber wird zu Gold

Medaillen-Chaos in Cortina! Nachdem Katharina Liensberger im Parallelbewerb zunächst - zeitgleich - „nur“ Silber gewonnen hatte, wurde das Ergebnis korrigiert und sie bekam jetzt doch wie Marta Bassino die Goldmedaille. Der ÖSV hatte sich nach dem Rennen an die Jury gewandt, die schließlich den ersten Platz ex aequo vergab.

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Bronze ging an die Französin Tessa Worley, die im kleinen Finale die US-Amerikanerin Paula Moltzan besiegte. Es ist Liensbergers erste Einzelmedaille nach Team-Silber 2019 in Aare.

„Oh mein Gott. Das ist ja megacool, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich kenne mich gerade gar nicht aus. Es ist einfach nur genial. Eine Goldmedaille zu gewinnen, ist etwas ganz Spezielles. Es ist ein Traum, der heute in Erfüllung gegangen ist“, sagte Liensberger, nachdem sie erfahren hatte, nun doch Gold gewonnen zu haben.

Liensberger schneller als Bassino
Als Liensberger und Bassino ins Ziel kamen, wurden sie von der Zeit her ex aequo geführt, Bassino aber als Weltmeisterin ausgewiesen. Was kurios war, denn in Summe war sie in beiden Finalläufen schneller als Bassino, jedoch wird der maximale Rückstand im ersten Lauf nur mit 0,5 Sekunden berechnet. Der Screenshot (siehe unten) zeigt zwar, dass Bassino hauchzart vorne war, beide wurden aber zeitgleich gewertet. Liensberger war im ersten Run fast eine Sekunde schneller:

„Es ist wie es ist. Ich freue mich auch riesig für die Marta, im Heimrennen Gold zu gewinnen, ist natürlich ganz was Spezielles“, zeigte sich Liensberger als eine faire Zweite. Um später zu erfahren, dass es doch der Titelgewinn ist. „Oh mein Gott. Das ist ja megacool, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich kenne mich gerade gar nicht aus. Es ist einfach nur genial. Eine Goldmedaille zu gewinnen ist etwas ganz Spezielles. Es ist ein Traum, der heute in Erfüllung gegangen ist.“

Bei der Jury nachgefragt
Im ÖSV hatte man sich nach Rennende im Regelbuch schlaugemacht. „Toni hat dann das Reglement noch einmal ausgegraben und bei der Jury nachgefragt, und jetzt gibt es gerechterweise zwei Goldmedaillen“, sagte Damen-Rennsportleiter Christian Mitter. Sportdirektor Toni Giger brachte es auf den Punkt: „Es ist plausibel, wenn zwei gleich schnell sind, dass sie dann auch ex aequo sind. Wir haben Gott sei Dank nachgeschaut.“ Die Jury habe interessanterweise das Reglement auf den ersten Touch nicht ganz im Kopf gehabt.

Der selten gefahrene Parallelbewerb hatte schon in der Quali am Vormittag damit aufgewartet, dass jeder Läufer/jede Läuferin nur einmal fährt und die Top acht jedes der zwei Kurse weiterkommen. Das was zuletzt in Lech/Zürs noch anders gewesen, da fuhr jeder auf beiden Kursen und die gesamt gesehen 16 Schnellsten stiegen auf. Auch im Finale durfte die Fairness angezweifelt werden: Auf den Kursen auf der „Rumerlo“-Piste - und damit einem anderen Hang als der Quali - war schnell klar, dass der Sieg über den roten Kurs geht und der blaue zunehmend stärker abbaute.

Liensberger hatte in der Quali bei Bestzeit der Schweizerin Wendy Holdener die fünfschnellste Zeit markiert und sich für das Finale vorgenommen, „jeden Lauf konsequent und konstant von Start bis ins Ziel durchzuziehen“. Auftaktgegnerin Alex Tilley (GBR) hatte gegen sie mit 0,77 Sekunden das Nachsehen, die Polin Maryna Gasienica-Daniel im Viertelfinale mit 0,45, Moltzan im Halbfinale mit 1,47.

Schallmauer
Für den ÖSV ist es die insgesamt 298. Medaille bei Weltmeisterschaften. Die Schallmauer der 300 Medaillen könnte also in Cortina auch noch fallen. Für Österreichs Damen war es die erste Medaille bei Weltmeisterschaften nach zehn sieglosen Bewerben.

Für den ÖSV ist es die vierte Medaille in Cortina nach den drei Goldenen durch Vincent Kriechmayr (Abfahrt, Super-G) und Marco Schwarz (Kombination).

Gold bei den Herren ging an den Franzosen Mathieu Faivre, Silber holte sich der Kroate Filip Zubcic, Bronze der Schweizer Loic Meillard.

Quelle: APA

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