13.02.2021 06:00 |

Offenen Brief verfasst

Kult-TV-Arzt fordert: „Impft uns doch endlich!“

Armin Breinl ist Kult-Gynäkologe der TV-Serie „Teenager werden Mütter“. Nun ist der Grazer Sprachrohr für 400 Mediziner in der Steiermark und Salzburg. Sie fordern rasche Immunisierung.

Sie läuft wieder, die Kult-Serie „Teenager werden Mütter“. Einer der heimlichen Stars ist Gynäkologe Armin Breinl. Er begleitet die jungen werdenden Mütter vor und während der Geburt, nimmt ihnen Ängste und Sorgen. Aktuell schnellt ihm und rund 400 Kollegen aus Salzburg und der Steiermark beim Gedanken an das Coronavirus und die Verteilung der Impfungen allerdings der Blutdruck in die Höhe.

„Zu wenig Impfstoff? Blödsinn!“
Denn: „In allen Bundesländern ist es gelungen, die niedergelassenen Ärzte zu impfen. Nur in der Steiermark und in Salzburg nicht. ,Zu wenig Impfstoff’ hat’s geheißen, aber das ist Blödsinn. Es wurde einfach falsch koordiniert“, kritisiert der Arzt. „Wie kann es etwa sein, dass ein Pflegeheim mehr Dosen bestellt, als es benötigt, diese wahllos und ohne Kontrolle verimpft? Oder dass in einem Ordensspital Betriebsräte ohne ärztliche Funktion geimpft werden?“

Was außerdem aufregt: „Wenn es endlich so weit ist, müssen wir uns mit AstraZeneca zufriedengeben. Obwohl dieser Impfstoff offenbar nur im geringen Maß gegen die afrikanische Mutation wirkt.“

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Erst letzte Woche ist ein Freund an Corona verstorben. Ich habe es satt, dabei zusehen zu müssen!

Armin Breinl

„Ich habe es satt!“
Dabei würden Ärzte „im schlimmsten Fall als Superspreader“ fungieren und Patienten anstecken. „Umgekehrt können auch sie uns anstecken. Ich kenne so viele Kollegen, die schwer erkrankt sind. Erst letzte Woche ist ein Freund an Corona verstorben. Ich habe es satt, dabei zusehen zu müssen! Die steirische und Salzburger Ärztekammer sind gefordert, endlich etwas zu unternehmen. So wie es auch in Kärnten der Fall war!“

Offener Brief an den Landeshauptmann
Die steirische Ärztekammer will das nicht auf sich sitzen lassen. Man habe schon Anfang Februar Impfungen für die Ärzte gefordert. In einem offenen Brief an Landeshauptmann Schützenhöfer und Gesundheitslandesrätin Bogner-Strauß habe man außerdem auf die „bedeutend schlechtere Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffs gegenüber der südafrikanischen Mutante“ hingewiesen. Man solle alle Ärzte daher entweder mit Biontech/Pfizer oder Moderna impfen.

Ein Lichtblick: An den Wochenenden 20./21.2. und 27./28.2 finden in der Steiermark Impfaktionen für niedergelassene Ärzte, Zahnärzte sowie Ordinationsteams statt. Dafür sind über 5600 Personen angemeldet. Aufgrund von AstraZeneca sei die Impfbereitschaft der Mediziner aber insgesamt gesunken.

Monika Krisper
Monika Krisper
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