Schremser-Chef meint:

„Keine Zeit für Krisen-Stimmung“

Mit der Gastronomie fuhren auch die Brauer 2020 Verluste ein - Karl Trojan von Schremser Bier will sich aber nicht entmutigen lassen.

Herr Trojan, haben Sie schon Erfahrungen mit dem Virus?

In meinem näheren Umfeld hat noch niemand Corona gehabt. Und im Betrieb versuchen wir uns streng an die Vorgaben zu halten.

Sie zählen sich generell zu den Impf-Befürwortern?

Ich hoffe ganz stark auf die Impfung und dass sie bald für jeden verfügbar ist. Ich trage als Staatsbürger auch Verantwortung – jeder kann andere gefährden. Jeder Geimpfte hilft, dass ein anderer nicht erkrankt.

Ist die Debatte um die Impfstoff-Versorgung nötig?

Hätte man für Österreich früh und bei mehreren Anbietern bestellt, wäre sie jetzt unnötig. Das hätte weniger gekostet, als eine Woche harter Lockdown. Mögliche Überschüsse hätten weiterverkauft werden können. Und das leistet man sich nicht!? Eine kapitale Themenverfehlung!

Wie wird’s in und mit der Pandemie weitergehen?

Ich glaube nicht, dass das Thema im Sommer bereits gegessen ist. Manches verstehe ich aber nicht: Skilifte dürfen öffnen, während Wirte zu haben müssen. Diese Dinge will ich aber auch nicht entscheiden müssen.

Wie geht es der Brauerei?

In der Krise zeigt sich der wahre Charakter. Wir mussten flexibel reagieren, aber wir kommen durch. 2020 haben wir uns im Vergleich zum Jahr davor eine Umsatzdelle von 20 Prozent geholt. In Hektolitern Bier sind das 27.000 zu 33.500.

Wie sind die Staatshilfen?

Im Frühjahr hatte ich das Gefühl, dass den meisten rasch geholfen wurde. Jetzt zieht es sich, das sorgt für steigende Verunsicherung.

Was wird’s 2021 brauchen?

Man muss zielgerichteter helfen und für Liquidität sorgen, auch bei Gastrozulieferern. Regulierungen müssen verhältnismäßiger gestaltet werden. Da muss es klare Unterscheidungen zwischen Klein- und Mittelbetrieben sowie Konzernen geben. Gerade Kleine müssen stark entlastet werden.

Haben Sie ein Beispiel?

Ich liebe englische Pubs. In Österreich würde aber kein einziges eine Zulassung bekommen: Weil der Türrahmen drei Zentimeter zu klein ist, oder sonst wegen irgendeines Blödsinns!

Wäre es nicht unfair, Konzerne härter ranzunehmen?

Im Gegenteil: Die Klein- und Mittelbetriebe zahlen brav ihre Steuern, während Konzerne vor den Steuern flüchten. Und wir sehen zu!

Meinen sie mit wir die EU?

Ja. Die EU ist das größte und wichtigste Friedensprojekt, das es gibt. Allerdings gibt es auch Dinge, wo sie total versagt.

Wie meistern wir die Krise?

Irgendjemand wird das zahlen müssen. Der Ansatz kann nur sein: runter mit den Steuern und runter mit der Regulatorik für die Klein- und Mittelbetriebe. Wir haben top Betriebe - nach Corona muss man sie arbeiten lassen und ihnen die nötige Luft geben, damit sie wieder für unseren Wohlstand wirtschaften können.

Interview: René Denk, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 16. September 2021
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