28.01.2021 15:02 |

Markus Pekoll:

Ex-Profi koordiniert steirische Mountainbike-Szene

Er war selbst Mountainbike-Europameister, viele Jahre lang Profi und sogar unter den Top-7 der Weltrangliste. Nun übernimmt Ex-Profi-Mountainbiker beim Land Steiermark den neuen Posten als Mountainbike-Koordinator. Der 33-Jährige soll dabei aber nicht nur ein Sprachrohr für den Sport sein, sondern soll ein Bindeglied: Er soll - was den Mountainbike-Sport angeht - die Interessensgruppen wie Grundbesitzer, Land- und Forstwirtschaft, Jagdwirtscht, Tourismus und Sport zusammenbringen. Und gleichzeitig den boomenden Radsport weiter beleben und voranbringen. Er kennt beide Seiten: Pekoll war Sportler und viele Jahre selbst Landwirt.

Sportlandesrat Christopher Drexler: „Die Anforderungen an einen Mountainbike-Koordinator sind nahezu nicht enden wollend. Man sucht gefühlt ein Allround-Talent. Umso mehr freue ich mich, dass mit Markus Pekoll eine ideale Besetzung für die Funktion des steirischen Mountainbike-Koordinators gelungen ist. Als höchst erfolgreicher ehemaliger Mountainbike-Profi mit Ausbildung, Erfahrung und Sensibilität für Land- und Forstwirtschaft bringt er das Rüstzeug mit, Verständnis für die oftmals diametral erscheinenden Interessen rund um den Mountainbike-Sport zu schaffen.“

LR Drexler: „Mountainbiking zu sportlichem Erlebnis ohne Ärgernis machen“

„Der Rad- und Mountainbike-Boom ist hoch erfreulich. Denn er zeigt, die Steirerinnen und Steirer sind in Bewegung. Mehr Sportlerinnen und Sportler bei gleichbleibenden und noch dazu wenigen offiziell ausgeschilderten Strecken, birgt natürlich gerade bei einem Sport, der vorrangig im Gelände ausgeübt wird, erhebliches Konfliktpotential in sich. Wir wollen diese Konflikte gemeinsam mit allen Beteiligten entschärfen, den Mountainbikerinnen und Mountainbikern mehr offizielle Strecken anbieten, Aufklärungsarbeit betreiben und ein klares Regelwerk verankern. Gemeinsam mit unserem Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll werden wir uns Schritt für Schritt in diese Richtung bewegen“, betont Sportlandesrat Christopher Drexler in einer Video-Pressekonferenz.

Eine der ersten Aufgaben des steirischen Mountainbike-Koordinators wird es daher sein, das derzeit nicht zentral erfasste Netz an offiziellen Mountainbike-Strecken zu erheben und eine Übersicht für die Mountainbiker zu schaffen. In weiterer Folge wird es um die koordinierte Ausschilderung bestehender und die Findung potentieller neuer Strecken sowie digitale Lösungen zur Sichtbarmachung der befahrbaren Infrastruktur gehen. Der Mountainbike-Koordinator wird bei der Errichtung neuer Strecken inhaltliche und planerische Unterstützung bieten.

Pekoll: „Breit getragenen Interessensausgleich herstellen“

Markus Pekoll erklärt: „Aus meiner Sicht ist es entscheidend, die Bedürfnisse, Erwartungen und Vorstellungen aller Interessensgruppen immer im Blick zu behalten. Ich sehe es als meine Aufgabe als Mountainbike-Koordinator, einen möglichst breit getragenen Interessensausgleich herzustellen. Dafür braucht es klare Spielregeln, die von der Mountainbike-Community ebenso akzeptiert werden, wie von den anderen Beteiligten. Mein Ziel ist es, in Hinblick auf den Mountainbike-Sport im Allgemeinen, und das Streckennetz im Besonderen, ein passgenaues Maßnahmenpaket für die Steiermark zu erarbeiten. Es gilt, als Mediator zwischen allen Beteiligten zu wirken und gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Nur gemeinsam werden wir durch Angebotsschaffung und entsprechende Nutzerlenkung die besten Lösungen für den Mountainbike-Sport in der Steiermark finden können.“

Radsport-Boom erfordert Ausbau des Streckennetzes

Der Radsport erfährt weltweit einen nie dagewesenen Boom. Händler sind auf Monate ausverkauft, die Produktion kann der hohen Nachfrage kaum nachkommen. Die Corona-Pandemie hat den Trend zum Radfahren als Individualsportart weiter verstärkt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Bei den eBikes sind die Verkäufe im Jahr 2020 europaweit um 25 Prozent gestiegen. 

Die legale Streckeninfrastruktur für den Mountainbike-Sport hält mit diesen Entwicklungen derzeit nicht Schritt. An der Verbesserung dieser Situation in der Steiermark und der Etablierung und Kommunikation klarer Regeln wird der Mountainbike-Koordinator vorrangig arbeiten. Eine weitere Herausforderung auf diesem Weg birgt die Kleinteiligkeit des Waldbesitzes in Österreich und insbesondere in der Steiermark. In Österreich sind 82 Prozent des Waldes in Privatbesitz. In Europa hat nur Portugal mehr private Waldbesitzer. In der Steiermark liegt der Anteil sogar bei 87 Prozent. Das führt dazu, dass eine Mountainbike-Strecke oftmals sehr viele Grundstücksbesitzer betrifft. Die acht Kilometer lange Flowline im Bikepark Schladming etwa führt über 14 Grundstücke unterschiedlicher Besitzer.

Grüne-Abgeordneter will weiter ansetzen

Der Grüne-Landtagsabgeordnete Alexander Pinter, der erst im letzten Sommer eine „Aktuelle Stunde“ zum Thema Mountainbike in der Steiermark einberufen hat und selbst Forstwirt und Mountainbike-Trainer ist, lobt die Bestellung von Markus Pekoll: „Mit Markus Pekoll hat das Land nicht nur einen ehemaligen Weltklassesportler, sondern auch jemanden mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Erfahrung im Tourismus gewählt. Diese breite Aufstellung ist von enormer Wichtigkeit, um Lösungen im Sinne aller Beteiligten zu schaffen.“ Pinter wird sich dem Thema auch weiter widmen: Bereits am Freitag (29. Jänner) lädt er um 17 Uhr zu einem Talk zum Thema „Mountainbiken in Österreich - Zukunftsperspektiven“ auf der neuen Plattform „Clubhouse“ ein.

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