27.01.2021 14:37 |

Vor Grenzschutz-Gipfel

Asyl-Wirbel im Netz um weiteren „Fall Arigona“

Die Balkanroute - und kein Ende. 100.000 Migranten befinden sich laut Vereinten Nationen derzeit dort unterwegs. Beim EU-Gipfel am Donnerstag geht es erneut um Außengrenzschutz. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sieht Italien und Griechenland „als starke Partner“. Er fordert rasche Rückführungen, viele hätten keine Chance auf Asyl. Indes gehen die Wogen in sozialen Netzwerken um eine geplante Charter-Abschiebung nach Georgien mit einer Mutter und ihren drei Kindern hoch. 

Unser Land zähle - an dritter Stelle bei den Schutzgewährungen seit dem Krisenjahr 2015 - bereits jetzt zur Gruppe der Belasteten. Es brauche gemeinsame Anstrengungen, „sodass jene Migranten ohne Bleibewahrscheinlichkeit rasch zurückgeführt werden können“. Mit Griechenland und Italien teile Österreich dieselben Interessen beim EU-Innenministerrat. Laut UNO befinden sich derzeit 100.000 Migranten am Westbalkan und vor allem in Griechenland. Ein Großteil von ihnen hätte keine Chance auf Asyl.

In sozialen Netzwerken gehen unterdessen die Wogen um eine geplante Charter-Abschiebung einer Mutter und ihren drei Kindern aus Niederösterreich nach Georgien hoch. Von einem neuen „Fall Arigona“ (das einstige Flüchtlingsmädchen aus dem Kosovo hielt die Republik auf Trab, eine krone.tv-„Damals“-Folge fasst den Fall rückblickend zusammen, siehe Video unten) ist die Rede.

Odyssee der Mutter zieht sich seit bald 15 Jahren hin
Ein „Krone“-Faktencheck: Die Asyl-Odyssee der Mutter zieht sich seit bald 15 Jahren hin! Von drei Gerichten wurden alle Asylbegehren bzw. sechs Folgeanträge zurückgewiesen. Behörden-Entscheidungen seien „beharrlich nicht beachtet“ worden. 

Das Bundesverwaltungsgericht listet trotz guter Deutschkenntnisse und sozialer Kontakte Falschaussagen, schwache berufliche Integration bzw. wenig Engagement zur Selbsterhaltungsfähigkeit auf. Zudem könne nicht „mit der erforderlichen Sicherheit davon ausgegangen werden“, dass die Familie sich künftig an die „notwendigen Normen“ für ein geordnetes Zusammenleben halten werde.

Kronen Zeitung/krone.at

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