Wie geht es weiter?

Der normale Schulbetrieb rückt in weite Ferne

Österreich
13.01.2021 06:00

Vorerst keine Rückkehr in die Klassen: Schon am Dienstag sickerte durch, was am Mittwoch verkündet werden soll: Die Schulen dürften bis Semesterende zu, die Kinder im Fernunterricht bleiben. Zu groß sei das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung der Virusmutation.

Aktuell nehmen laut Bildungsministerium 14,2 Prozent der Schüler die Betreuung in Anspruch (21,8% in der Volksschule, 8,3% in der Mittelschule, 2,6% in der AHS-Unterstufe). Mit geöffneten Schulen würde auch die Mobilität deutlich steigen - Stichwort Öffis. Die neue Variante des Coronavirus ist aber 50 bis 70 Prozent ansteckender - und sie verbreitet sich in Österreich.

(Bild: stock.adobe, Krone KREATIV)

Es scheint, die Regierung wolle dieses Mal also kein Risiko eingehen - auch die Grünen seien dem Vernehmen nach auf der vorsichtigen Seite. Aus dem Bildungsministerium hieß es am Dienstag, man berate noch. Das weitere Vorgehen soll am Mittwoch präsentiert werden.

Mutation wütete in britischen Klassen
Internen Berichten zufolge soll sich die neue Mutation in britischen Schulen rasant ausgebreitet haben - die Bildungseinrichtungen wurden wieder geschlossen. Denn: Selbst die Maske sei gegen die B117-Variante machtlos, lediglich FFP2-Masken helfen bei der Einschränkung, heißt es. Die Briten bleiben deshalb bis Mitte Februar im Lockdown - was danach kommt, ist ungewiss. Alarmiert ist man auch in Deutschland, ein Lockdown bis Ostern steht im Raum.

(Bild: stock.adobe.com)

Und es sieht so aus, als ob es auch in Österreich auf längere Sicht keinen normalen Schulbetrieb geben wird. Die Semesterferien beginnen am 1. Februar (Wien, NÖ) und dauern bis 21. Februar (OÖ, Steiermark) - aber auch danach sei man weit weg von normalem Unterricht, heißt es aus Regierungskreisen. Wie Öffnungen aussehen könnten, wurde noch verhandelt. Neben dem Einsatz der Selbsttests steht ein regionales Vorgehen zur Debatte.

Für die Schüler selbst steigt indes der Druck. Die Oberstufenschüler befanden sich seit März nur an 78 von 167 Tagen in den Klassen. Schülersprecherin Alexandra Bosek hofft, dass wenigstens die Abschlussklassen etwas früher zurückdürfen - das wurde noch verhandelt. Denn es sei schon „sehr belastend, solange im Fernunterricht zu sein“, sagt sie. Motivation und Lernfreude sinken, während der Druck, vor allem bei Maturanten, steige. Die Sorge vor der wachsenden Bildungsschere werde zudem immer größer - und bisher ist kein Ende der Situation in Sicht.

(Bild: Christoph Hardt)

Spannend dürfte auch werden, wie sich der Bildungslockdown auf Handel, Gastronomie & Co. auswirken wird. Es wurde schließlich stets betont, dass die Schulen die Ersten sein werden, die aufmachen.

Anna Haselwanter und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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