„Machen sich strafbar“

Niederländische Polizei warnt „Pädophilen-Jäger“

Ausland
10.01.2021 11:30

Die niederländische Justiz ist besorgt über die Zunahme von Gruppen, die Jagd auf angebliche Pädophile machen. Der Vorgang ist laut Polizei meistens der gleiche: Über einen Internet-Chat wird ein Treffen mit einem Verdächtigen vereinbart. Doch vor Ort wartet auf diesen nicht das erhoffte minderjährige Kind, sondern zumeist eine Teenager-Gruppe, die die Männer attackiert.

Die Vorfälle von Misshandlungen nähmen zu, sagte Polizeisprecher Simen Klok in Arnheim. 2020 waren innerhalb von drei Monaten etwa 250 Fälle von Gewalt oder Erpressungen registriert worden. Einmal endete eine solche Prügelorgie mit dem Tod eines 73-Jährigen. Auch in diesem Jahr wurden bereits mehrere Fälle dieser „Pädo-Jagd“ registriert. Die Polizei schätzt, dass die Dunkelziffer groß ist. Viele Opfer würden nämlich aus Scham oder Angst schweigen.

Symbolbild (Bild: APA/AFP/ANP/Robin Utrecht)
Symbolbild

Polizei warnt davor, „Recht in eigene Hände zu nehmen“
Die selbst ernannten Jäger wollen angebliche Pädophile entlarven und an den Pranger zu stellen. Polizei und Staatsanwaltschaft warnen die Gruppen davor, das Recht in eigene Hände zu nehmen. „Sie machen sich strafbar“, sagte ein Sprecher. Die Verfolgung von Kindesmissbrauch sei Sache der Polizei. Sexuelle Gefühle für Kinder seien nicht strafbar. Verboten ist es erst, wenn sich ein Erwachsener an einem Kind vergreift.

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