31.12.2020 05:35 |

Maßnahmen-Slalom

Seilbahner kämpfen gegen Ischgl-Image

Die Liftbetreiber fühlen sich im Stich gelassen. Die Pistenbesucher verstehen die Sperre der Hütten nicht. Die Saison geht heuer anders über die Bühne. Ein Stimmungsbild aus Flachau.

Rund 6000 Ski-Fans wedelten am Mittwoch über die Pisten im SnowSpace-Flachau. „Es kommt auf das Skigebiet an. Beim Zinkenlift am Dürrnberg sind die Kapazitäten natürlich schon bei weit weniger Andrang ausgeschöpft“, betont Geschäftsführer Wolfgang Hettegger vor der Achterjet-Talstation. Hettegger rechnet vor: „Wir haben aktuell 400 Hektar an Pistenfläche offen. Das entspricht 560 Fußballfeldern. Bei etwas mehr als 9500 Wintersportlern wie am Wochenende kommen auf ein Feld etwa 17 Skifahrer.“

Der SnowSpace-Chef versteht den Wirbel um ihn und seine Branche nicht. Er und seine Kollegen fühlen sich als Prügelknaben. „Wir tun alles, um Skifahren zu ermöglichen“, so der Pongauer. „Aber wenn immer neue Auflagen so kurzfristig kommen, frage ich mich, wo das hinführen soll.“ Ein Erlass des Gesundheitsministeriums soll zukünftig Staus vor Liften vermeiden. Für die Umsetzung der neuen Maßnahmen und entsprechende Kontrollen sind laut Land die Liftbetreiber zuständig. „Wie soll ich denn zum Beispiel einen Familienverband kontrollieren? Sollen wir jetzt noch die Rolle der Polizei übernehmen?“, fragt Hettegger.

Die Pistenbesucher auf 1600 Metern Seehöhe machen sich darüber keine Gedanken. Nur die Logik hinter der Öffnung beschäftigt einige der Skifans. „Es ist widersprüchlich in einem Lockdown“, sagt Korinna Steindl (19) aus Wien. „Hier stecke ich mich weniger an als in der U-Bahn“, entgegnet ihr Freund Julian Fastenmayer (23).

Skifans sehnen sich nach Einkehrschwung
Die Schließung der Hütten stößt beiden sauer auf. „Wenigstens Stände für Getränke hätte man erlauben können oder kleine Speisen zum Mitnehmen“, so der 23-Jährige. Besonders beliebt darum am Dienstag unter Boardern und Skifahrern: die Tupperbox. „Es ist schade, dass die Restaurants geschlossen haben. Ansonsten wären wir den ganzen Tag geblieben, so ist es nur eine Dreistunden-Karte geworden“, meint die zweifache Mutter Andrea Reinstadler aus Bergheim. „Die Gastronomie haben wir immer ausgenutzt.“

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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