25.12.2020 11:10 |

Ein Fest wie früher

So hat die Oma damals Weihnachten gefeiert

Das heurige Jahr bietet uns allen Gelegenheit, alten Bräuchen eine neue Chance zu geben - ganz abseits von Geschenkemarathon und Umtauschwahnsinn.

Es sind gewiss ganz andere Weihnachten, die wir heuer erleben. Aber auch hier bietet sich die Möglichkeit, die Krise als Chance zu sehen. Als Chance, sich der ursprünglichen Bedeutung des Festes wieder bewusst zu werden und sich dafür, wie auch für den einen oder anderen Brauch, bewusst Zeit zu nehmen.

„Die Zeit hatte beim Weihnachtfest früher eine ganz andere Bedeutung als in den so hektischen vergangenen Jahrzehnten. Die Bräuche rund um den Heiligen Abend gaben den Menschen immer schon Halt in Zeiten der Orientierungslosigkeit“, wissen Kultur-Region-NÖ-Chef Martin Lammerhuber und seine Fachleute. Seit Jahren dokumentieren sie teils historische, aber auch nie aus der Mode gekommene Traditionen im ganzen Land. Für die „Krone“-Leser haben sie drei der urigsten Bräuche unter die Lupe genommen:

  • Die „Schlankeltage“: So wurden früher die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr genannt. Sie dienen dazu, das vergangene Jahr zu reflektieren und Pläne für das neue Jahr zu schmieden. Auf diese Tage der Besinnung gehen Orakelbräuche wie das Bleigießen zurück.
  • Das Räuchern: In den Nächten zwischen dem Heiligen Abend und dem Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Jänner wurde früher auf den Bauernhöfen geräuchert, und auch die Grundgrenzen wurden mit einer Räucherpfanne abgegangen, um im neuen Jahr einen Streit mit dem Nachbarn zu vermeiden. Die Reinigung von Haus und Hof durch wohlriechende Kräuter oder Weihrauch ist auch heute noch ein verbreitetes Ritual kurz vor dem Jahreswechsel. Und auch der Begriff der „Rauchnächte“ ist landesweit noch verbreitet.
  • Die „Sampa Müch“: Dieser Brauch ist vor allem im Mostviertel (NÖ) weit verbreitet. In der letzten Raunacht wird in Vorbereitung auf den Tanz der „Sampa Muatta und ihrer Geißlein“ der Heuboden gekehrt. Bei der „Sampa Müch“ wird klein geschnittenes Brot mit warmer Milch übergossen, von der Familie aus einer großen Schüssel gegessen.

Auch die Weihnachtsbäckerei hatte laut den Kultur-Experten einst übrigens einen ganz anderen Stellenwert. „Eine Handvoll Kekse waren etwas Besonderes, und Zutaten wie Butter und Mehl weit kostbarer, als sie es heute sind“, heißt es ...

Lukas Lusetzky und Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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