03.12.2020 15:44 |

Sorge vor 3. Welle

Keine Triage: Vorarlberg hat wohl „Glück gehabt“

In Vorarlberg musste während der zweiten Welle der Corona-Pandemie auf den Intensivstationen nicht triagiert werden. „Wir hatten und haben bisher immer genügend Intensivplätze zur Verfügung“, betonte Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), am Donnerstag. Man habe auch dank eines Ausbaus der Intensivbetten „Glück gehabt“. Der Peak der zweiten Welle sei „vermutlich überschritten“.

In anderen Bundesländern sowie zum wiederholten Mal auch in Italien war während des Höhepunkts der zweiten Welle eine Triage nötig, also die Einteilung von Covid-19-Patienten etwa nach ihrem Alter und der Schwere ihres Krankheitsverlaufs. Mitte November hatte die Triage auch den Vorarlberger Kliniken gedroht.

Kliniken helfen einander aus
Am Donnerstag waren insgesamt noch 32 Intensivbetten frei, das bedeute, man habe Luft. Die Vorarlberger Landeskrankenhäuser und das Stadtspital Dornbirn seien diesbezüglich „ausgleichende Gefäße - das heißt, alle helfen einander aus“.

„Wir sind jedenfalls immer noch im Himalaya“
So waren etwa zeitweise die Intensivstationen in Bregenz und Dornbirn stark gefordert, Hohenems sogar voll. In der Folge seien die Patienten auf andere Spitäler verlegt worden, die noch Kapazitäten hatten. „Die Situation ist jetzt nicht mehr dramatisch, aber weiter sehr ernst“, so Fleischs Einschätzung. Ob man wirklich schon über dem Berg sei, lasse sich schwer sagen. „Wir sind jedenfalls immer noch im Himalaya“, betonte Fleisch.

Dauer der Pandemie macht sich bemerkbar
Beim Personal mache sich langsam die lange Dauer der Pandemie bemerkbar. Gerade auf den Intensivstationen gebe es Ermüdungserscheinungen. Positiv wirke sich aus, dass inzwischen deutlich weniger Mitarbeiter positiv bzw. in Quarantäne seien, so Fleisch. Eine dritte Welle könnte aber auch dort das System überreizen, gar kippen.

Sorgen bereitete Fleisch vor allem „diese Mischung aus Schein-Sicherheit und Covid-Müdigkeit“. Denn die anstehenden Feiertage könnten die Infektionen wieder ansteigen lassen. Der Krankenhausdirektor appelliert an die Bevölkerung, sehr sorgsam zu sein und: „Bitte keine Skitouren!“

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