03.12.2020 14:58 |

Skandal in Schweden

Mutter hat Sohn nicht isoliert: „Keine Beweise“

Der Verdacht gegen eine Schwedin, die ihren Sohn fast 30 Jahre lang in ihrer Wohnung isoliert und misshandelt haben soll, hat sich nicht erhärtet. Man habe keine Beweise dafür gefunden, dass der Mann gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde. Eine medizinische Untersuchung habe ergeben, dass seine Wunden krankheitsbedingt und keine Folge von Misshandlungen seien. Die Mutter wurde noch am Mittwoch freigelassen.

Staatsanwältin Emma Olsson sagte am Donnerstag in Interviews mit schwedischen Medien, man habe keine Nachweise dafür gefunden, dass der Mann unfreiwillig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Die Ermittlungen gegen die 70-jährige Mutter wurden eingestellt.

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Bruder 20 Jahre lang nicht gesehen
Der 41-Jährige war am Sonntag von seiner Schwester in einer völlig verwahrlosten, zugemüllten Wohnung in Haninge (Gemeinde in der Provinz Stockholm) gefunden worden. Ärzte stellten fest, dass der Mann kaum Zähne im Mund habe und Wunden aufweise. Die Schwester sagte, sie habe ihren Bruder seit mehr als 20 Jahren nicht gesehen. Die Mutter habe ihn von der Außenwelt isoliert, seit er zwölf Jahre alt war. Sie war daraufhin festgenommen worden, stand unter dem Verdacht der Freiheitsberaubung und Körperverletzung.

Die Staatsanwältin sagte, der Fall stehe in Verbindung mit einer Form von psychischer Erkrankung, die dazu führte, dass die beiden isoliert gelebt haben. Es sei eher ein Fall für die Gesundheits- und Sozialbehörden als für das Rechtswesen.

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