29.11.2020 15:00 |

Tiroler Online-Umfrage

Corona überstanden, aber viele Beschwerden bleiben

Auch wenn sie nicht ins Krankenhaus mussten: Viele Patienten klagen nach der Genesung von einer Covid-19-Erkrankung über Atemnot, Erschöpfung, Muskelschmerzen. Tiroler Ärzte erforschen nun mit einer Online-Umfrage die Folgen. 567 Tiroler haben an der Studie bereits teilgenommen. Die Ärzte hoffen auf noch mehr: „Damit wir wissen, welche Nachbetreuung Betroffene brauchen.“

Genesen bedeutet nicht gleich gesund! Diese Erkenntnis trifft auch auf Covid-19 zu. Viele Betroffene – auch wenn sie nicht ins Spital müssen – klagen Wochen und Monate über Atemnot, Erschöpfungszustände, Muskelschmerzen. An der Medizin-Uni Innsbruck gehen Forscher rund um die Lungenfachärztin Judith Löffler-Ragg, den Infektiologen Günter Weiss und den Neurologen Raimund Helbok diesem Phänomen auf den Grund. Wie berichtet, suchen sie Tiroler Teilnehmer für eine Online-Umfrage. Es geht dabei um die Erfahrungen jener, die Corona daheim auskuriert haben. Denn im Gegensatz zu Spitalspatienten ist ihre Krankengeschichte wenig erfasst.

Forscher hoffen auf mehr als 1000 Teilnehmer
„Bisher haben 567 Personen den Fragebogen ausgefüllt“, zieht Löffler-Ragg eine erste Zwischenbilanz. Die Forscher erhoffen sich aber mehr als 1000 Teilnehmer, „um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen“. Löffler-Raggs Aufruf: „Wir suchen ganz besonders Betroffene, die im Frühling erkrankt waren. Sie sind die, die uns bereits Hinweise zu längerfristigen Auswirkungen geben können.“

Mehr als 27.000 Tiroler gelten als genesen
Mehr als 27.000 Tiroler weist das Land in seiner Corona-Statistik mittlerweile als genesen aus. Ihre Erfahrungen sind nicht nur für die Akutbehandlung wertvoll. Löffler-Ragg nennt einen weiteren wichtigen Aspekt: „Was wir hier erforschen, gibt Aufschluss darüber, welche Nachbetreuung Betroffene brauchen.“

Post-Covid-Ambulanz nach britischem Vorbild
Dass sie welche brauche, davon gehen Ärzte mittlerweile aus. Löffler-Ragg verweist auf England: „Dort wird gerade ein Netzwerk an Post-Covid-Ambulanzen aufgebaut.“

Personen ab 16 Jahren können den Online-Fragebogen ausfüllen. „Anonym und vertraulich“, betonen die Forscher. Der Link zum Onlinefragebogen: http://covid19-tirol.at

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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