31.10.2020 13:53 |

Ökonom warnt:

Neuer Lockdown könnte „um die 500.000 Jobs kosten“

Angesichts des bevorstehenden neuerlichen Lockdowns warnen Wirtschaftswissenschaftler vor drastischen Folgen für den Arbeitsmarkt. Das sozialliberale Momentum Institut sieht rund 130.000 Arbeitsplätze unmittelbar als stark gefährdet an, für weitere gut 380.000 gelte das teilweise. Franz Schellhorn von der Agenda Austria wiederum sieht „die Prognose von sieben Prozent schrumpfender Wirtschaft heuer nicht halten“.

Es werde in Richtung eines Minus von 8, 9 Prozent und einer hohen Arbeitslosigkeit gehen, sagte Schellhorn im ORF-Radio Ö1. Entscheidend werde, wie streng und wie lange der Lockdown sein wird, so der Vertreter des wirtschaftsliberalen Thinktanks am Samstag weiter. Für KMU, die vom Staat geschlossen werden, sollte es wie in Deutschland 75 Prozent des Vorjahresumsatzes ersetzt geben, für Große 70 Prozent, das wäre ein Ansatz. „Zurückzahlen werden wir das alle müssen in den nächsten Jahrzehnten.“ Solange es keine Medikamente gebe, werde es immer wieder Rückschläge - also Wellentäler - geben. 2021 werde wirtschaftlich nicht so erfreulich werden wie bisher erwartet bzw. erhofft, so Schellhorn.

Mehr als 380.000 Jobs indirekt gefährdet
„Ein zweiter Lockdown wird den Arbeitsmarkt hart treffen“, so Ökonom Oliver Picek vom sozialliberalen Momentum Institut am Samstag in einer Aussendung. Auf die rund 130.000 akut gefährdeten Jobs kommt er auf Basis der Heranziehung des ersten Lockowns und der nun geplanten Schließung. In erster Linie sind freilich Jobs in den Branchen betroffen, die geschossen werden sollen - Gastronomie und Hotellerie, Kunst und Unterhaltung, und sonstige Dienstleistungen wie etwa Kosmetik und Massage.

„Andere wichtige Branchen sind indirekt betroffen - beispielsweise durch die Zurückhaltung der KonsumentInnen oder einen Rückgang von Aufträgen. Das gefährdet rund 383.000 Arbeitsplätze indirekt, vor allem im Handel, Industrie sowie Verkehr.“ So könne der neuerliche Stillstand „um die 500.000 Jobs kosten, falls die Unternehmen das Instrument der Kurzarbeit diesmal viel weniger nutzen“, so ein Horrorszenario von Picek.

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