29.10.2020 08:00 |

Mehr Unfälle, aber:

Zahl der Alpintoten um fast 50 Prozent gesunken

Außergewöhnlich zurückgegangen ist im heurigen Sommer die Zahl der Alpintoten in Österreich und Tirol. Der positiven Entwicklung steht die Zunahme an Verunglückten und Alpinunfällen entgegen. Dies geht aus der aktuellen Alpinunfallstatistik des Kuratoriums für Alpine Sicherheit von 1. Mai bis 30. September hervor.

Die Auswertung des Corona-Bergsommers zeigt unerwartet fast unglaublich Positives, beinhaltet aber gleichzeitig einige Widersprüche. Denn obwohl es in Tirol mit 1473 Alpinunfällen eine Steigerung um 40 Prozent im Vergleich zum zehnjährigen Mittelwert gab (1051) und die Zahl der Verunglückten (1729) deutlich über dem Mittelwert lag (1278), kamen „nur“ 34 Menschen in den Bergen ums Leben. 2019 waren es mit 64 noch fast doppelt so viele, der langjährige Schnitt weist 52 Tote aus!

Verunfallte: Über die Hälfte Österreicher
Bei 51 Prozent der in den heimischen Alpen Verunfallten handelte es sich um Österreicher – fünf Prozent mehr als im zehnjährigen Mittel. Auf die Österreicher folgen die deutschen Nachbarn mit 37 Prozent. „Es sind die Inländer, die die steigenden Unfallzahlen im Sommer 2020 verursachten“, sagt Peter Paal, der Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit. „Die Prävention muss daher in Österreich beginnen und dies in jungen Jahren.“

Für den fast 50-prozentigen Rückgang der Alpintoten trotz gestiegener Unfallzahlen hat Viktor Horvath, Leiter der Tiroler Alpinpolizei, folgende Erklärung: „Es haben heuer sehr viele Tiroler in den heimischen Bergen Erholung gesucht. Die verhalten sich logischerweise anders auf diesem Terrain als Personen, die nicht hier aufgewachsen sind.“

Immer mehr Anfänger
Dennoch stellte Bruno Berloffa, stellvertretender Landesleiter der Bergrettung Tirol, bei Einsätzen fest: „Es gehen immer mehr Menschen in die Berge, die absolute Anfänger sind. Mangelnde Tourenplanung und der Irrglaube, es sei immer eine Rettung möglich, stellen dann große Herausforderungen für uns dar.“

Mehr als die Hälfte der Verunglückten waren Wanderer, 20 Personen kamen dabei in Tirol ums Leben. In der Vorsaison sind es noch 36 gewesen. Außergewöhnlich oft mussten überforderte oder völlig erschöpfte Personen aus Klettersteigen geborgen werden.

Die meisten Alpinunfälle in Tirol passierten im Juli (464). Österreichweit gab es in der letzten Juliwoche mit 268 Unfällen einen negativen Höhepunkt.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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