22.10.2020 06:00 |

Junger Flüchtling

Abschiebung: Schicksal von Raziq bewegt Steirer

Unsere Geschichte über Raziq (21), dem nach Abschluss seiner Lehre die Abschiebung nach Afghanistan droht, hat unzählige Reaktionen ausgelöst. Dass sein Kapfenberger Lehrherr deshalb sogar die Republik klagen will, bezeichnen viele als mutig. Die NEOS wollen das Thema jetzt in den steirischen Landtag bringen.

Raziqs Schicksal steht stellvertretend für Hunderte andere in Österreich: Obwohl er gut integriert, auf keine Zuweisung vom Staat angewiesen und darüber hinaus eine dringend benötigte Fachkraft in Ausbildung ist, droht ihm nach Beendigung seiner Lehre die Abschiebung in sein Herkunftsland. Für die direkt Betroffenen in erster Linie eine menschliche Katastrophe, für deren Arbeitgeber auch ein wirtschaftliches Desaster.

„Es ist ja nicht so, dass wir so einfach jemand anderen finden würden. Ein guter Lehrling mit dem passenden Engagement ist heute nicht mehr leicht zu kriegen“, sagt Franz Matauschek, Geschäftsführer einer Glas- und Aluminium-Manufaktur in Kapfenberg.

Unterstützung bekommt der Obersteirer, der die drohende Abschiebung von Raziq mit allen Mitteln bekämpfen will, von der Kirche: „Ich kenne Raziq seit fünf Jahren. Er war bei uns im Stift in der Übergangsklasse. Nun schließt er demnächst seine Lehre erfolgreich ab. Dass man jungen Leuten, die man braucht und die sich beruflich beweisen, keine Chance gibt, verstehe ich nicht“, sagt Pater August Janisch, der den 21-jährigen Afghanen auch zu Anhörungen begleitet hat.

Forderung: Lehrabschluss muss im Asylverfahren eine Rolle spielen
„Das ist für alle Betroffenen eine Zumutung, da fehlt nicht nur Herz, da fehlt es an Hausverstand“, meint Niko Swatek von den NEOS. Mittels Antrag im Landtag will er eine Lösung herbeiführen.

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