18.10.2020 07:30 |

Grasser Racing Team

Abstecher ins Reich der Lamborghinis

Hinter den Kulissen zieht er die Fäden und ist mittlerweile einer der einflussreichsten Steirer im Motorsport: Gottfried Grasser. Der Knittelfelder Teamchef seines Racing Teams mit den kultigen Lamborghinis zählt nach dem vierten Platz am Samstag beim GT Masters am Red Bull Ring auch Sonntag wieder zu den Sieganwärtern. „Aber es steckt viel Arbeit hinter dem Erfolg“, pustet der 41-jährige Obersteirer durch. Rund 270 Tage im Jahr ist der Weltenbummler in Sachen Motorsport unterwegs.

„Der Koffer ist da dann dein einziger Kleiderschrank, ich lebe viel in Hotels, habe nur ein kleines Privatleben. Zeit für eine Familie ist da ehrlicherweise kaum da. Du bist ein Vagabund, der in der Welt unterwegs ist“, so Grasser, den die Motorsportfaszination schon in frühester Kindheit gepackt hat: „Ich wohne ja nur einen Steinwurf vom Ring entfernt. Früher bin ich immer mit dem Fahrrad zur Strecke gefahren.“ Erst mit 17 Jahren stieg er selbst ins Go-Kart. „Damals bin ich sogar noch ohne Führerschein Rennen gefahren.“

Grasser hatte auch als Rennfahrer durchaus Talent. „Anfang der 2000er-Jahre habe ich sogar einen unterschriftsreifen Vertrag von Minardi am Tisch liegen gehabt. Ich hätte Testfahrer für das Formel 1-Team werden sollen. Das hätte aber damals 1,5 Millionen Euro gekostet. Das hat unser Budget gesprengt.“ Grasser trauert heute dem großen Traum der Königsklasse aber nicht nach. „Erst habe ich das Autohaus meines Vaters übernommen, der 40 Jahre lang Mazda-Händler war. Nach und nach habe ich mich dann aber immer mehr dem Motorsport gewidmet. Beides ist dann nicht mehr gegangen. In der Garage haben wir eigene Prototypen gebastelt. Das hat mich fasziniert. Schon als Kind habe ich alles mögliche auseinandergeschraubt.“

2013 kaufte er per Zufall seinen ersten Lamborghini für Rennen und feierte erste Erfolge. 2014 läutete überrraschend das Handy: Das Lamborghini-Werk in Bologna rief an: „Gottfried, stell ein Budget zusammen und leite unser Team“, hieß es aus Italien. „Wir waren von Anfang an Teil der Lamborghini-Familie. Diese Bindung ist wie eine Ehe“, so Grasser, der mittlerweile auch ein eine Werkstatt samt drei Autos in Florida hat.

Autos ab 500.000 Euro
„Bei großen Rennen wie in Daytona ist unser Team mittlerweile 45 Mann groß, bei Rennen wie dieses Wochenende am Red Bull Ring haben wir aber auch 22 Mitarbeiter an Bord. Da sind auch Quereinsteiger dabei. Vom gelernten Tischler bis zum Steuerberater habe ich schon alles im Team gehabt. Was sie alle verbunden hat, ist die Liebe zum Motorsport.“ Ein Auto kostet Grasser pro Saison zwischen einer halben und zwei Millionen Euro. Der Erfolg gibt seinem Weg recht, das Ziel bleibt gleich: „Ich will Erster werden!“

Christoph Kothgasser
Christoph Kothgasser
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