09.09.2020 17:30 |

Grosses Interview

Drehbuchautor Uli Brée über Schuhe, Mord und Moral

Vor der Ausstrahlung zur letzten Staffel der Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“ sprach Drehbuchautor Uli Brée mit der „Krone“ über Schuhe, Abschiednehmen, Mord und Moral.

„Krone“: Am 14. September (ORF 1, 20.15 Uhr) startet die letzte Staffel der Erfolgsserie „Vier Frauen und ein Todesfall“, für die Sie mit Rupert Henning die Drehbücher geschrieben haben. Waren die Figuren auserzählt?
Uli Brée:Ja, wir haben nun 66 Drehbücher geschrieben und hatten dabei eine großartige Zeit. Aber irgendwann hatten wir dann das Gefühl, es einfach gut sein zu lassen. Andere hätten vielleicht weiter gemacht, aber wir entschieden uns, einen Schlussstrich zu ziehen.

Was bleibt für Sie bezüglich der Serie unvergesslich?
Ich doubelte mehrmals die Julie Zirbner (Adele Neuhauser) auf dem Motorrad. Als Stuntman zu fungieren ist für einen Drehbuchautor eher ungewöhnlich.

Die fünfte Staffel der „Vorstadtweiber“ ist im Kasten und soll im Frühjahr ausgestrahlt werden. Die Dreharbeiten zur sechsten Staffel haben schon begonnen. Wie leicht fällt es Ihnen als „Vorstadtweiber-Erfinder“ stets für Quotenhits zu sorgen?
Bisher schrieb ich 55 Drehbücher und werde noch fünf weitere schreiben. Wenn man einen Autor mutig und nicht weichgespült schreiben lässt, hat man auch eine größere Chance, einen Quotenhit zu landen.

Was können Sie uns über die fünfte Staffel verraten?
Die Staffel hat einen tollen Look und gefällt mir wahnsinnig gut. Von der Bildsprache, der Regie, der Kamera und der Ausstattung her hat sie massiv gewonnen und ist sehr glamourös. Und sie wird sich um Handtaschen, Mode, Mord und Moral drehen.

Sie verfassten schon zahlreiche österreichische Tatort-Drehbücher. Steht wieder eines auf dem Programm?
Ja, aber nicht für den ORF. Ich schreibe derzeit ein Drehbuch für die „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm, dargestellt von Maria Furtwängler. Die Maria ist ganz großartig und ich verstehe mich blendend mit ihr. Und wenn alles hinhaut, wird auch Udo Lindenberg mitspielen.

Was unternehmen Sie gegen die unter Autoren gefürchtete Schreibblockade?
Die habe ich nicht. Ich sehe mich als kreativen Handwerker und arbeite sehr diszipliniert. Und wenn mir nichts einfällt, dann nehme ich mir einen Tag frei und mache mir keinen Druck. Bei meinem Arbeitspensum spielt es sich aber auch gar nicht, auf eine Idee zu warten. Da muss es flutschen.

Sie brachten auch zwei Bücher auf den Markt. Was ist für Sie der Unterschied zwischen dem Schreiben von Drehbüchern und Büchern?
Wenn man beides mit Schuhen vergleicht, sind das eine Gummistiefel und das andere Stilettos. In beiden kann man gehen, dennoch sind sie sehr unterschiedlich. Ein Buch ist literarischer und man geht viel mehr in die Tiefe der Figuren.

Was steht derzeit noch an?
Für Adele Neuhauser habe ich gerade das Drehbuch „Faltenfrei“ geschrieben sowie den Sechsteiler „Mama ist die Bestie“. Zudem entwickle ich momentan etwas für die Kabarettistin Monika Gruber. Und eine Serie für Servus TV ist auch geplant.

Wie hat Corona Ihr Leben und Ihren Alltag verändert?
Corona hat die Entschleunigung erzwungen, die ich in meinem Leben schon länger gesucht hatte. Ich habe mir nun dauerhaft den Druck rausgenommen und fühle mich super.

Recka Hammann, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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