Patient empört

Tuberkulose: Zwei Monate Warten bis zum Befund

Steiermark
28.08.2020 06:00

Was zuerst nur eine Vermutung war, ist nun traurige Gewissheit: Ein 57-jähriger Gleisdorfer hat sich Ende Juni im LKH Graz II, Standort Süd (ehemals LSF), mit der Lungenkrankheit Tuberkulose angesteckt. Das hat er am Mittwoch, also rund zwei Monate nach dem Aufenthalt, erfahren - laut Behörden ein normales Vorgehen.

Als die „Krone“ erstmals über den Fall von Martin Setzer (57) berichtete, wartete dieser noch auf seinen Befund. Zwei Wochen später steht fest: Setzer hat tatsächlich Tuberkulose, wenn auch eine „geschlossene“ ohne Symptome. Aber: „Man weiß ja nicht, wie sich das entwickelt“, fürchtet er, zumal seine Lebensgefährtin starke Herzprobleme hat. „Für mich ist das eine riesige Katastrophe und Belastung“, klagt der Gleisdorfer.

„Behörden haben ewig lang gebraucht“
Für Setzer ist der eigentliche Skandal aber die Dauer bis zum Befund (siehe Zeitleiste unten). „Die Behörden haben ewig lang gebraucht“, ist er frustriert. „Dass ich mich angesteckt habe, ist zwei Monate her. Das ist eine bodenlose Frechheit.“

Tuberkulose-Alarm im ehemaligen LSF in Graz (Bild: ERWIN SCHERIAU/APA/picturedesk.com)
Tuberkulose-Alarm im ehemaligen LSF in Graz

Behörden: „Da hat sich gar nichts verzögert“
KAGes und die Behörden weisen die Beschwerden zurück: „Die Bezirkshauptmannschaft Weiz hat nicht zu lange gebraucht“, sagt Bezirkshauptmann Rüdiger Taus. Insgesamt seien übrigens acht Personen im Bezirk betroffen. Amtsärztin Ulrike Hammerl stärkt ihm den Rücken: „Da hat sich gar nichts verzögert. Der Ablauf in diesem Fall ist ein ganz normaler.“

Bei Tuberkulose dauere es teils lange, bis sich überhaupt Anzeichen zeigen. „Infektiös ist eine Tuberkulose nur, wenn sie ,offen‘ ist“, sagt die Amtsärztin und fährt fort: „Bei jeder übertragbaren Erkrankung gibt es ein Kontakt-Tracing, aber nicht alles verbreitet sich wie Corona. Tuberkulose kann teilweise erst Monate nach der Infektion nachgewiesen werden.“

Zeitleiste:

  • Ende Juni hält sich Martin Setzer drei Tage lang im LKH Graz II, Standort Süd, auf.
  • 13. Juli: Das LKH informiert die zuständige Behörde, das Magistrat Graz, über einen Tuberkulose-Fall.
  • 21. Juli: Alle betroffenen Personen werden genannt.
  • 22. Juli: Das Magistrat informiert die Bezirkshauptmannschaft in Weiz.
  • 28. Juli: Die BH Weiz setzt ein Schreiben an Setzer auf.
  • 6. August: Setzer erhält das Schreiben.
  • 14. August: Setzer will seinen Befund im LKH Graz West abholen, dieser geht aber an seine Hausärztin.
  • 26. August: Herr Setzer erhält den positiven Befund von seiner Hausärztin.
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