14.08.2020 06:15 |

Mit Patient in Kontakt

Tuberkulose-Alarm in Grazer Krankenhaus

Große Aufregung um das ehemalige LSF in Graz: Ein Patient wurde erst mehr als ein Monat nach seinem stationären Aufenthalt darüber informiert, dass er Kontakt mit einem an Lungentuberkulose Erkrankten hatte. Die Behörden versuchen jedenfalls zu kalmieren.

Martin Setzer traute seinen Augen nicht, als er am 6. August Post von der Bezirkshauptmannschaft Weiz bekam: Darin wurde er aufgefordert, einen aktuellen Befund eines Lungenfacharztes vorzulegen, da er bei seinem Aufenthalt im LKH Graz II, Standort Süd (die ehemalige Landesnervenklinik Sigmund Freud) Kontakt mit einem an Lungentuberkulose Erkrankten hatte.

„Das darf doch nicht wahr sein!“
„Ich hab mir eigentlich gedacht, dass das nicht wahr sein darf. Mein Aufenthalt im Krankenhaus war Ende Juni und ein Monat später werde ich darüber informiert, dass ich mich vielleicht mit einer hochansteckenden Krankheit infiziert habe“, ist der Oststeirer verständlicherweise außer sich. Zumal seine Lebensgefährtin schwer herzkrank ist und Tuberkulose bekanntlich zu den gefährlichsten und ansteckendsten Infektionskrankheiten der Welt zählt. Und laut Gesundheitsministerium ist eben eine frühzeitige Erkennung das Wichtigste in der Behandlung.

Bei der BH bestätigt man den Fall: „Wir wurden allerdings vom Magistrat Graz erst am 22. Juli darüber informiert“, stellt der Weizer Bezirkshauptmann Rüdiger Taus klar. Warum es dann aber weitere sechs Tage dauerte, bis das Schreiben an Setzer aufgesetzt wurde (nämlich bis zum 28. Juli) und dieses erst am 6. August seinen Weg zum vermeintlich Erkrankten fand, konnte auch er nicht erklären.

Die Bürokratie kostete viel Zeit
Im LKH Graz II kann man die doch auffällige Zeitverzögerung allerdings durchaus plausibel erklären: „Nach Abklärung des klinischen Zustandsbildes erfolgte am 13. Juli die Meldung an die Behörde. Am 21. Juli wurden dann der Behörde alle Personen genannt, die in diesem Zeitraum einen möglichen Kontakt mit dem betroffenen Patienten gehabt haben könnten“, teilte die ärztliche Direktion des LKH Graz II auf Anfrage der „Steirerkrone“ mit.

Warum man, um keine Zeit zu verlieren, seitens des Spitals nicht gleich selbst mit den Betroffenen in Kontakt getreten ist? „Das Kontaktmanagement übernimmt die Behörde, das LKH ist lediglich aufgefordert, die Kontaktpersonen der Behörde bekannt zu geben“, teilte die Pressestelle des Krankenhausbetreibers KAGes mit.

Warten auf das Test-Ergebnis
Herr Setzer hat sich mittlerweile übrigens einer Untersuchung unterzogen - nachdem ein erster Test aber ein unklares Ergebnis brachte, wartete er nun nach einem Bluttest im Krankenhaus wieder seit einer Woche auf seinen Befund ...

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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