20.09.2010 08:30 |

Obernberger See

LA Gurgiser wettert gegen geplanten 'Container-Friedhof'

"Diese Form der Beherbergung stellt nicht die Zukunft des Tourismus in Tirol dar", mit dieser Aussage schmetterten Ex-Landeshauptmann Herwig van Staa und Ex-Landesrätin Anna Hosp ein Container-Hotel-Projekt des Architekten Hansjörg Krismer bereits vor Jahren im Schutzgebiet Gurgltal ab. Die neue Regierung pfeift auf diesen Beschluss. Der "Container-Friedhof" soll nun am Obernberger See entstehen.

Es ist die Ruhe, die Abgeschiedenheit und das Natur-Gefühl, welches die Tiroler zu den Wanderwegen rund um den Obernberger See im Wipptal zieht. Ein Stück Wildnis mitten in unserer von Industrie durchzogenen Welt. Deshalb steht dieses Gebiet auch unter Landschaftsschutz. Eine solche Charta soll Wälder, Wiesen und Gewässer vor Eingriffen durch die Menschen bewahren. Doch dieser Schutzmantel erweist sich als löchriges Gewand, denn mitten im Schutzgebiet wollen die Obernberger Gemeinderäte, die Landesregierung und Grundeigentümer Gerhard Stocker ein Wellness-Hotel aus dem Boden stampfen – scheinbar mit Erfolgsgarantie...

Auf 3.000 Quadratmetern will Stocker 14 Stahlcontainer in die Erde einlassen und zu Freizeitwohnsitzen umbauen. Auch eine Tiefgarage sowie ein Seminar-Gebäude stehen in den Plänen des Architekten Krismer. Fünf bis zehn Millionen Euro müsste Stocker lockermachen. Bisher habe er aber "nur eine Million", den Rest wolle er über ein Anlegermodell (Time-Sharing) sowie Förderungen lukrieren. Die Investoren würden damit Freizeitwohnsitze im Natur-Refugium besitzen – Piefke-Saga Teil 5?

Gurgiser: "Obernberg braucht gemütliche Tiroler Gastlichkeit"
LA und "Konrad-Lorenz-Preisträger" Fritz Gurgiser schüttelt den Kopf: "Die Beherbergung in einem Container-Friedhof an einem der schönsten Tiroler Gebirgsseen und einem Familienidyll kann nicht die Zukunft des Tiroler Tourismus sein." Mit diesen Worten urteilten auch schon Ex-LH van Staa und Ex-LR Hosp vor einigen Jahren, als Krismer dasselbe Container-Dorf im Gurgltal realisieren wollte. "Obernberg braucht am See eine gemütliche Tiroler Gastlichkeit", sagt Gurgiser. "Fast niemand im Tal will diesen Hotel-Bau." Auch Umweltanwalt Johannes Kostenzer steht dem Projekt kritisch gegenüber.

Die Stimme des Volkes juckt die Politik aber nur wenig. "Raumordnungslandesrat Christian Switak erkennt den Verlust für die Allgemeinheit nicht, den der Hotel-Bau mit sich bringt." LH Günther Platter ist zu diesem Thema nicht erreichbar. Van Staa wollte sich nicht äußern, er sei zu wenig befasst. Schwer zu glauben, dass der politische "Alleswisser" nicht informiert ist

Am 29. September (14.30 Uhr, Rathaus) findet die Bauverhandlung statt. Gurgiser erwartet ein Umdenken von Gerhard Stocker…

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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