14.08.2020 07:30 |

447 Mio. Euro Verlust

ÖGK-Defizit durch Corona-Krise mehr als verdoppelt

Das Defizit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) wird durch die Corona-Krise mehr als verdoppelt. Für heuer wird nun mit einem Verlust von 447 Millionen Euro gerechnet, wie aus der aktuellen Gebarungsvorschau hervorgeht. Im Februar war man noch von einem Defizit von 175 Millionen Euro ausgegangen.

Dabei sind die den Unternehmen gestundeten Beiträge noch gar nicht mit einberechnet. Diese summieren sich bisher in der gesamten Sozialversicherung auf insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro. Allerdings haben sich die Stundungen zuletzt deutlich eingebremst.

Im März machten diese noch 800 Millionen Euro aus, im April nur noch 200 Millionen. Wie viel von diesen Stundungen tatsächlich verloren ist oder noch nachgezahlt wird, lässt sich noch nicht sagen. Endgültige Abschreibungen durch Firmenpleiten folgen in der Regel mit einer Verzögerung von drei bis vier Jahren.

Defizit wird weiter steigen
Das Defizit der ÖGK wird den Prognosen zufolge in den kommenden Jahren weiter steigen. Für 2021 wird noch eine Stagnation der Verluste bei 444 Millionen Euro (Februar-Vorausschau: 178 Millionen) erwartet, für 2022 aber ein Anstieg auf 614 Millionen Euro (Februar: 295 Millionen).

Obwohl die jetzt vorhergesagten Defizite deutlich ansteigen, verweist man in der ÖGK darauf, dass die Lage nicht so dramatisch sei, wie es noch vor zwei Monaten ausgeschaut habe. Obmann Andreas Huss als Arbeitnehmervertreter hatte da noch von einem Verlust zwischen 600 Millionen und einer Milliarde gesprochen, wobei die Arbeitgeber jedoch vehement widersprochen haben.

Trotzdem betont man in der ÖGK, dass man dringend und nachhaltig Geld vom Bund brauche. Und dafür hat Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auch schon die ÖGK zu Gesprächen für nächste Woche eingeladen.

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